Unterstützung für kinderreiche Familien während des Shutdowns
Die kostenlose Unterstützung kinderreicher Familien mit «aufgemöbelten» ausrangierten Laptops während der Shutdown-Zeit hat dem Obfelder Peter Weiss ordentlich Arbeit, aber ebenso grosse Freude gemacht.

Die Idee, kinderreiche Familien im Bezirk mit Laptops zwecks Schulunterricht zu Hause zu unterstützen, kam Peter Weiss im Gespräch mit Ehefrau Jana. «Durch das Lernen zu Hause, wenn während des Lockdowns gleichzeitig Vater oder Mutter ebenfalls von zu Hause aus arbeiteten, gestaltete sich gerade für kinderreiche Familien äusserst schwierig. Wenn nur gerade ein PC oder Laptop vorhanden war, gab es Engpässe. Da wollte ich unkompliziert helfen», erklärt der Obfelder und ergänzt: «Als Leiterin des überkonfessionellen Integrationsprojekts Ämtler Tandem war meine Frau Jana mit diesen Schwierigkeiten direkt konfrontiert. Die Idee, etwas dagegen zu tun, war geboren.»
Leserbrief im «Anzeiger» zeigte rasch grosse Wirkung
Aber wie kommt man zu kostenlosen Laptops? Auch dazu fiel dem Obfelder Betriebsökonom und Projektleiter im Finanzbereich, der sich 2020 nach über dreissig Jahren im Projektgeschäft aus dem aktiven Geschäftsleben zurückgezogen hat, etwas ein: «Ich bat in einem kurzen Leserbrief im «Anzeiger» um ausgediente Laptops, die, statt als Elektroschrott zu entsorgen, diesem Hilfszweck zugeführt werden konnten. Meine gut platzierten Zeilen zeigten rasch grosse Wirkung. Umgehend meldeten sich die ersten Spender.»
Die ersten vier Laptops konnte er bereits in den Tagen nach dem Erscheinen des Leserbriefs mit seinem E-Auto abholen. Er reinigte die Klapprechner und das nötige Zubehör wie Maus und Ladekabel, löschte die Inhalte, lud ein aktuelles Betriebssystem und setzte die Mobilgeräte neu auf. «Es war jeweils ein anständiges Stück Arbeit, aber hat auch grosse Freude gemacht. Schliesslich war es für einen guten Zweck und gleichzeitig auch nachhaltig, was mir ebenfalls wichtig ist.»
Über vierzig Geräte und ein «Mitstreiter» aus Merenschwand
Peter Weiss’ Unterstützung fand Anklang und zog weitere Kreise. Über vierzig Klapprechner durfte er in der Folge bei Spendern abholen. Für die neu aufgesetzten Geräte interessierten sich verschiedene soziale Institutionen im Bezirk Affoltern und letztlich gar auch aus dem Limmattal. «Das war mir selbstredend sehr willkommen, so kamen die Rechner mühelos zu jenen, für welche diese Unterstützung gedacht war.» Über dessen Internet-Seite entdeckte Peter Weiss zudem einen Gleichgesinnten im nahen Merenschwand. Hier hatte der Unternehmensberater und Student der Wirtschaftsinformatik Tobias Schär dieselbe Idee: ein Projekt für alle ins Leben zu rufen, «denen aufgrund finanzieller Not der Anschluss in die digitale Welt verwehrt bleibt». Sämtliche Spenden in Hardware-Form werden auch hier unentgeltlich für Hilfsbedürftige aufbereitet und kostenfrei zugestellt. Nun vermittelt Peter Weiss allfällig bei ihm ankommende Laptop-Spenden und Unterstützungsanfragen an Tobias Schär weiter. «Es ist toll, dass der junge Merenschwander die Sache so professionell anpackt. Das ist jede Unterstützung wert.»
Weitere Infos unter www.wir-lernen-weiter.ch oder bei Tobias Schär, Merenschwand, Telefon 079 683 37 44, info@wir-lernen-weiter.ch, tobi.schaer@hotmail.de.


