Velofahrende sorgen auf der Buchenegg für gefährliche Szenen

Das Fahrverbot aufgrund von Bauarbeiten wird regelmässig missachtet

Eindeutige Signalisation am Anfang der Buchenegg-Passstrasse. Das Velofahrverbot wird laut Kapo immer wieder missachtet. (Bild Werner Schneiter)

Auf der Westseite der Buchenegg-Passstrasse müssen zwischen Tägerst und Tobel zwei 60-jährige Brücken ersetzt werden. Die Arbeiten haben im Herbst 2024 begonnen und dauern voraussichtlich bis Ende Oktober 2027. Gemäss einer Medienmitteilung des kantonalen Tiefbauamtes werden auf dem rund 1 km langen Strassenabschnitt sämtliche Stützbauwerke instand gestellt, Entwässerungs- und Werkleitungen erneuert – in drei Längsetappen. In dieser Zeit ist die Bucheneggstrasse im Baustellen­bereich nur einspurig befahrbar, jedoch für Lastwagen sowie für Velo- und Fussverkehr gesperrt.

Der Start zur zweiten Etappe erfolgte am 11. August – auf der bergseitigen Hälfte der Strasse. Vorab geht es um Abbrucharbeiten. Ein Bagger nutzt die ­Nische zwischen den beiden Brücken, um Abbruchmaterial auf Lastwagen zu verladen. «Damit besteht für Velofahrende, die sich nicht ans bergwärts geltende Fahrverbot halten, keine Ausweichmöglichkeit mehr. Das Trottoir wird als Teil der Fahrspur benötigt», hält Sascha Rhyner von der Medienstelle der kantonalen Baudirektion fest.

Die Gefahr erhöht sich, weil die Grünphase für Velofahrende bergwärts nicht ausreicht, um den 1 km langen Abschnitt zu passieren, ohne auf Gegenverkehr zu stossen. Es sei ausserdem nicht ratsam, trotz Rot talwärts zu fahren, was mit Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h erfolge. Ausweichmöglichkeiten gebe es keine, gibt Rhyner zu bedenken. Denn gleichzeitig müssen die grossen Lastwagen die kleine Nische nutzen, um in die oder aus der Baustelle zu fahren. «Dafür können wir die Lichtsignale auf Rot schalten. Werden diese aber missachtet, kann dies zu gefährlichen Situationen führen. Das heisst, die Situation ist sehr anspruchsvoll für Velofahrende, die sich bergabwärts nicht an die Verkehrsvorschriften halten», so der Mediensprecher.

Personal beschimpft

Das Fahrverbot, das bergwärts gilt, wird jedoch immer wieder missachtet, wie die Kantonspolizei bestätigt. Sie hat deshalb ihre Präsenz erhöht, Kontrollen durchgeführt und wegen Missachtung des Fahrverbots in einigen Fällen auch schon Ordnungsbussen ausgesprochen. Diese betragen im Einzelfall 30 Franken. Wer sich das ersparen will, kann zu Fuss oder auf dem Velo den parallel zur Passstrasse verlaufenden Wanderweg zwischen Rebhölzli und Wasserreservoir benutzen. Besser aber geübte Biker, wie das Tiefbauamt anmerkt. Sascha Rhyner ergänzt: «Leider fehlt oft das Verständnis der Velofahrenden. Unsere Leute werden teilweise übel beschimpft. Für das Personal ist das sehr unangenehm.»

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