Verbesserte Wasserqualität auch im Türlersee
Eine umfassende Analyse der Gewässer im Kanton Zürich durch das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) zeigt, dass sich die Wasserqualität in den letzten Jahren weiter verbessert hat – auch im Türlersee. Eine Anlage sorgt dafür, dass der See im Winter vollständig zirkuliert.

Die Phosphorkonzentrationen und Algenmengen im Türlersee werden vom Awel heute als gut beurteilt. Die Zusammensetzung der Kieselalgengemeinschaft bestätigt, dass sich der Seezustand stark verbessert hat. Dennoch ist im Sommer ab sechs Meter Tiefe nicht mehr genügend Sauerstoff vorhanden. Der Türlersee wäre unter natürlichen Verhältnissen ein nährstoffarmer See mit geringem Algenwachstum. Aufgrund seiner windgeschützten Lage würde er unter natürlichen Verhältnissen höchstens alle paar Jahre im Winter vollständig zirkulieren. Da der See bis 1900 sehr geringe Phosphorkonzentrationen aufwies, reichte der vorhandene Sauerstoff trotz schwacher Mischung aus, um das absinkende organische Material abzubauen. Das Tiefenwasser des Sees dürfte ursprünglich immer knapp sauerstoffhaltig gewesen sein.
Oberste sechs Meter wieder ganzjähriger Lebensraum für Fische
Seit 1987 wird im See eine Anlage zur Unterstützung der Zirkulation betrieben, die im Winter dafür sorgt, dass der See vollständig zirkuliert. Eine Studie der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) zeigt, dass auch bei vollständiger Zirkulation im Winter der vorhandene Sauerstoff im See nicht ausreicht, das absinkende organische Material abzubauen. Allerdings ist die Algenmenge im See inzwischen so weit zurückgegangen, dass die obersten sechs Meter des Sees heute als Lebensraum für Fische wieder ganzjährig zur Verfügung stehen. Auch bei einer unvollständigen Zirkulation werden diese oberflächennahen Schichten jeden Winter vollständig gemischt und mit Sauerstoff angereichert. Ein weiterer Betrieb der Zirkulationsanlage ist deshalb nicht mehr nötig, erhöht aber die Sauerstoffkonzentrationen im Tiefenwasser. Dort sind positive Sauerstoffkonzentrationen erst zu erwarten, wenn die Phosphorkonzentration im See längerfristig unter 0.01 mg Ptot/l liegt, wie dies um 1900 der Fall war. Dazu müsste der Phosphoreintrag in den See nochmals um zirka 40% reduziert werden, was in Anbetracht des bereits relativ guten Seezustandes, kaum umsetzbar ist.


