Viel Arbeit für ein edles Gemüse
Seit Tagen herrscht in den frühen Morgenstunden auf dem Pflanzfeld im Uttenberg reger Betrieb. Die Spargelernte ist angelaufen und täglich werden Grünspargeln frisch geschnitten. Landwirt Serge Duperrex erwartet rund vier Tonnen Ernteertrag.

Der Acker an der Hauptstrasse ausgangs Mettmenstetten zeigt in den frühen Morgenstunden ein eher seltenes Bild. Mehrere Personen verteilt auf den ganzen Acker bewegen sich langsam und gebückt über die trockenen Erdschollen. Die Beobachtung hat mindestens im Säuliamt Seltenheitswert. Die sechs Frauen und zwei Männer, welche sich in dieser unbequemen Haltung auf dem Feld befinden, schneiden die einzigen im Knonauer Amt wachsenden grünen Spargeln.
Ende Juni 2016 pflanzte der innovative Bauer Serge Duperrex als erster Landwirt im Säuliamt das edle Gemüse Asparagus. Vier Jahre später können nun in der zweiten Vollernte rund vier Tonnen des begehrten und äusserst gesunden Gemüses geschnitten werden. Das damals neue und aufwändige Pflanzverfahren lohnt sich in diesen trockenen Tagen ganz besonders. Bei der im Juni 2016 angewendeten Pflanzmethode wurde rund 20 Zentimeter unter den Setzlingen ein sogenannter Tropfschlauch ausgelegt. Dieser ermöglicht eine gleichmässige Wasserversorgung und sorgt insbesondere auch dafür, dass die Ernte auch rechtzeitig und trotz fehlendem Regen stattfinden kann.
Die acht Erntehelfer vom letzten Samstagmorgen schätzen natürlich den trockenen Ackerboden. Die Temperatur mit knapp acht Grad fühlt sich zwar ziemlich kühl an, jedoch werden die Spargeln dafür nicht verschmutzt. Die Spargelernter stammen alle aus der Verwandtschaft, dem Freundeskreis oder der Nachbarschaft und helfen bereits die zweite Saison mit, das edle Gemüse zu schneiden.
Ein grosser Teil der Grünspargeln wird im Hofladen vermarktet
Im Gegensatz zum weissen Spargel, welcher unter der Erde wächst und gestochen wird, wächst der grüne Spargel aus der Erde und wird bei einer gewissen Höhe geschnitten. Nachdem die Spargeln geschnitten und in Körben auf den Hof gebracht sind, beginnt der zweite und ebenfalls arbeitsintensive Teil der Ernte. Der Spargel muss für den Verkauf bereitgestellt werden. Der Grünspargel wird kontrolliert, sortiert, in der Grösse geordnet und danach gewaschen. Die Bündel werden gewogen und mit einer Spezialmaschine zusammen mit einer Etikette gebunden. Ein grosser Teil der Ernte wird im Hofladen direkt verkauft.
Falls genügend Spargeln geerntet werden können, werden auch der «Dorfmärt» in Obfelden, sowie Volg und Denner beliefert. Am Samstag werden in Knonau am späteren Nachmittag die, dank dem warmen und sonnigen Wetter nachgewachsenen Pflanzen, in einem zweiten Erntegang vom Feld geholt. Die Spargeln sind ganz besonders in der gegenwärtigen speziellen Zeit mit geschlossenen Restaurants, in der die eigene Küche eine grosse Rolle spielt, sehr begehrt. Zeitweise würden vor seinem Hofladen lange Schlangen kaufwilliger Spargelkunden stehen, weiss Landwirt Duperrex. Wie beliebt das edle grüne Gemüse ist, zeigt die Tatsache, dass im Hofladen bereits reservierte Spargelbündel von Spargelliebhabern behändigt werden. Noch etwas dreister agieren nächtliche Langfinger, welche sich auf dem Feld bedienen, ärgert sich der Spargelbauer. Serge Duperrex glaubt, dass bis gegen Mitte Juni Spargeln geerntet werden können. Er schätzt die totale Ernte dieses Jahr auf ungefähr vier Tonnen. Während der rund sieben Wochen der Ernte beträgt der Arbeitsaufwand gegen 1200 Stunden.


