Viele Gestelle sind leergekauft
Reis, Teigwaren, Konservendosen, Desinfektionsmittel - viele Produkte sind derzeit schwer erhältlich. Die Angst vor dem Coronavirus hat in den Supermärkten und Dorf-Einkaufsläden zu Hamsterkäufen geführt.

In der Migros und im Coop Affoltern bieten sich zurzeit ungewohnte Anblicke: Dort, wo die Verkaufsregale normalerweise stets gefüllt sich, klafft manch eine Lücke. Viele Gestelle sind leer. Teigwaren, Reis, Konservendosen mit Bohnen, Ravioli und Gemüse, Linsen sind Mangelware, auch verschiedene Öle, Sugo-Saucen oder Tiefkühl-Pommes-Frites sind kaum mehr erhältlich. «Es ist krass. seit einigen Tagen ist extrem, was hier abgeht», meint ein Angestellter, der die Regale auffüllt. In der Tat kommen die Grossverteiler kaum mehr nach mit dem Auffüllen der Regale. Auskunft geben dürfen die Angestellten bei Migros und Coop nicht. Und auch die Medienstellen der Grossverteiler sind nicht eben redselig. Migros-Mediensprecher Marcel Schlatter räumt ein, seit vergangener Woche sei eine «augenfällig erhöhte Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs» zu verzeichnen. Der Zuwachs sei nicht nur in Affoltern, sondern schweizweit feststellbar. Während die Regale an normalen Tagen einmal aufgefüllt würden, sei dies an Spitzentagen derzeit bis zu sechsmal nötig. Vereinzelt komme es daher vorübergehend zu leeren Regalen. Aber, so Schlatter, kann «von einem Engpass oder Lieferschwierigkeiten keine Rede sein.»
Um die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen, hat die Migros laut Schlatter ein Basissortiment definiert, das fortan klar priorisiert werde. Es handle sich um Güter des täglichen Bedarfs, Grundnahrungsmittel, die in etwa jenen des vom Bund definierten Notvorrats entsprächen. Ähnlich tönt es bei Coop. Andrea Bergmann von der Medienstelle hält fest: «Die Nachfrage nach bestimmten Produkten wie etwa nach länger haltbaren Lebensmitteln, hat seit der vergangenen Woche zugenommen. Generelle Enpässe sind bei Coop aktuell kein Thema.» Man habe Massnahmen getroffen, um die Versorgung sicherzustellen. Nicht erhältlich sind derzeit Desinfektionsmittel. Die entsprechenden Regale sind allesamt leergefegt. Coop spricht davon, in den nächsten Tagen Nachschub zu erhalten. Die Migros hat mit der Produktion dieser Produkte in der Eigenindustrie begonnen.
Zwar drohen in der Schweiz wegen dem Coronavirus weder eine Knappheit an Nahrungsmitteln, noch eine Ausgangssperre. Offensichtlich aberist, dass es seitens mancher Konsumenten zu Hamsterkäufen kommt. Die Überlegung, die dahinter steckt, ist wohl die, dass sie sich frühzeitig sich mit genügend Lebensmitteln eindecken wollen, weil sie davon ausgehen, dass diese später ausverkauft sein könnten.
Lagerbestände rechtzeitig erhöht
In den Volg-Läden im Bezirk Affoltern ist der Run auf Lebensmittel etwas weniger stark. «Wir spüren das nicht so stark wie Coop oder Migros», sagt Michael Zaugg, Bereichsleiter Volg Detailhandel Landi Albis. Aber Reis, Teigwaren, Konserven wie Ravioli oder Bohnen, UHT-Milchprodukte wie WC-Papier und Papiertaschentücher werden derzeit um rund ein Viertel mehr verkauft als üblich. Lara Klingler, Volg-Filialleiterin in Hausen, stellt fest: «Wir haben derzeit neue Kunden, solche, die nun bei uns auftauchen, weil in andern Läden die Gestelle leergeräumt sind.» Seit Mitte vergangener Woche sei der verstärkte Andrang spürbar. Wo in ihrer Filiale normalerweise an ein bis zwei Tagen pro Woche die Regale aufgefüllt werden müssten, sei dies aktuell jeden Tag nötig. Michael Zaugg hebt hervor, man habe bei Volg die Lagerbestände rechtzeitig erhöht. So habe man weniger Mühe als Migros und Coop, den Nachschub sicherzustellen. Zaugg kann zwar die Hamsterkäufe nicht nachvollziehen, doch er sagt: «Wenn der Hype weitergeht, können wir die Bevölkerung, gerade in den Dörfern, mit all dem abdecken, was sie benötigt.»


