Vier kandidieren für einen Sitz
Wertschätzend und zupackend, beherzt und kommunikativ – so charakterisieren sich die Kandidierenden für den Stadtrat in Affoltern. Am vergangenen Donnerstag konnte sich die Bevölkerung selber ein Bild machen.

Von einem «demokratiepolitischen Idealfall» sprach Moderator Bernhard Schneider in seiner Einleitung zum Wahlpodium der Interparteilichen Konferenz der Stadt Affoltern vom vergangenen Donnerstag. Damit meinte er nicht nur die Auswahl – vier Kandidierende für den einen vakanten Sitz –, sondern auch, dass alle Parteien gemeinsam einen solchen Anlass organisieren und das erst noch vor so grossem Publikum. Nicht mitzuhalten vermochte da die Technik: Das Headset des Moderators streikte komplett und auch sonst zeigte die Akustik-Anlage immer wieder ihre Tücken.
Persönliche Einblicke
Die rund 70 Politikinteressierten, die in den Ulmensaal der reformierten Kirche gefunden haben, mussten diesen Entscheid trotzdem nicht bereuen. Sie erhielten Einblick hinter die Fassaden der vier Kandidierenden, die bei allen Unterschieden teilweise auch vieles gemeinsam haben. Einig war man sich etwa über die Bedeutung der Kommunikation zwischen Stadtrat und Bevölkerung. FDP-Kandidat Manuel Moser liess sich die Teilnahme am Anlass trotz gebrochenem Mittelhandknochen nicht nehmen – eine Verletzung, die er sich beim Laufsport zugezogen hat. Claudia Ledermann kandidiert zwar als Parteilose, wird aber durch die Grünliberalen portiert. Antoinette Frey begründete ihre Faszination für die Zucht von Jersey-Kühen schwärmend mit deren «unglaublich schönen Augen». Und der parteilose Michael Bommel, der Ständerat Thomas Minder als politisches Vorbild bezeichnet, hat in Stallikon vor einigen Jahren ein eigenes Segelschiff gebaut.
Parteizugehörigkeit oder Sachpolitik?
Alle vier bewerben sich um den einen Sitz im Stadtrat, der seit dem Rücktritt von Susanne Leuenberger, SVP, vakant ist. Antoinette Frey will diesen Sitz für die SVP halten, schliesslich bringe es ihre Partei auf einen Wähleranteil von 25%. Weniger wichtig finden naturgemäss die anderen Kandidierenden die Parteizugehörigkeit. Es soll vor allem um Sachpolitik gehen, um die besten Lösungen für Affoltern, so ihre Argumentation. Bommel bezeichnete es sogar als Vorteil, dass er als Parteiloser über Parteigrenzen hinweg kommunizieren könne.
Das letzte Wort werden die Stimmberechtigten haben. Angesichts der vier Kandidierenden für den einen Sitz scheint es allerdings wahrscheinlich, dass der Entscheid noch nicht im ersten Wahlgang vom 9. Februar fallen wird.


