Vier Poststellen werden ersetzt

Die Post überprüft 26 Standorte im Kanton Zürich – vier davon im Knonauer Amt. Diese Überprüfung bedeutet, dass Alternativlösungen gesucht werden, betroffen sind Bonstetten, Obfelden, Ottenbach und Wettswil.

Neben Affoltern (im Bild) wird nur die Poststelle Mettmenstetten wie bisher weitergeführt. (Bild Salomon Schneider)
Neben Affoltern (im Bild) wird nur die Poststelle Mettmenstetten wie bisher weitergeführt. (Bild Salomon Schneider)

Ab 2020 wird es im Bezirk Affoltern wahrscheinlich nur noch zwei herkömmliche Poststellen geben, in Affoltern und in Mettmenstetten. Alle vier weiteren noch bestehenden Poststellen werden überprüft. Markus Werner von der Post erläutert, was diese Überprüfung bedeutet: «Bei der Post sehen wir Handlungsbedarf bezüglich einiger Poststellen. Im Klartext heisst das, dass die zu überprüfenden Poststellen nicht mehr im heutigen Rahmen eigenständig betrieben werden.» Als wichtigsten Grund für den grossen Umbruch im Schaltergeschäft nennt die Post das veränderte Kundenverhalten. «Die Leute machen E-Banking, schreiben E-Mail anstatt Briefe und führen schlicht und einfach weniger Transaktionen am Schalter aus. Deshalb rechnet sich der Weiterbetrieb zahlreicher Poststellen einfach nicht mehr», erklärt Markus Werner.

Die Mehrheit der Kundschaft wählt Online-Dienste

Genaue Zahlen zu den Umsatzentwicklungen der verschiedenen Poststellen oder auch Zahlen zur prozentualen Umsatzentwicklung kommuniziert die Post nicht. Markus Werner: «Wir wissen, dass für einige Kunden die Poststelle im Dorf sehr emotional und positiv besetzt ist. Wir stellen aber auch fest, dass die Agenturlösungen im Dorfladen oft schlussendlich sehr gut ankommen.»

Überraschend ist, dass sowohl in Bonstetten als auch in Wettswil Agenturlösungen im Vordergrund stehen. «Ursprünglich war geplant, die Poststellen in Bahnhofsnähe zusammenzuführen. Leider konnten wir dafür keine geeignete Liegenschaft finden», erklärt Markus Werner.

Gemeinden können bei Bedarf Postfächer erhalten

Als Nächstes stehen in den zu überprüfenden Gemeinden Gemeindegespräche an, erklärt Markus Werner: «Wir wollen offene Gespräche mit den Gemeinden führen und die Einschätzung der Gemeinden abholen und auch unsere Sicht darlegen. Wenn beispielsweise Postfächer weiter gewünscht sind, kann oft in den Agenturen oder an anderen Standorten eine Lösung gefunden werden.» In Bonstetten und Wettswil haben diese Gespräche aufgrund der geplanten Zusammenlegung der Poststellen bereits begonnen.

Infoveranstaltung zur Zukunft der Poststellen Bonstetten und Wettswil

Für die Gemeinden Bonstetten und Wettswil wird die Post deshalb am 3. Juli, um 19.30 Uhr, eine Informationsveranstaltung über die Zukunft der Poststellen durchführen, im Gemeindesaal Bonstetten.

Dass nicht die Gemeindegrösse, sondern die Kundenfrequenzen für die Erhaltung einer Poststelle verantwortlich sind, zeigt die Poststelle in Mettmenstetten. Markus Werner erläutert: «Bei der Überprüfung eines Standorts ist für die Post nicht primär die Einwohnerzahl der Standortgemeinde massgebend, sondern Faktoren wie die effektive Nutzung, die Entwicklung der Kundenströme, die Wirtschaftlichkeit und die Lage sowie der Zustand der Infrastruktur. In Mettmenstetten sind wir der Ansicht, dass die aktuellen Kundenzahlen weiterhin eine eigenständige Poststelle rechtfertigen. Die Erfahrung zeigt, dass die Nutzungszahlen nur bedingt abhängig sind von der Grösse einer Gemeinde. Beispielsweise die Poststelle Ebmatingen in der Gemeinde Maur, die knapp 10000 Einwohner hat, wird aufgrund unbefriedigender Kundenzahlen überprüft.»

Profitieren von den Postagenturen werden sicherlich die Volg-Läden, die durch die Agenturen grössere Kundenfrequenzen erhalten.

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