Vom Ideal zur Realität

Auf den Abschluss des Wettbewerbs für das Stalliker Dorfzentrum folgt die Konkretisierung

Gemeinderätin Monika Rohr bei der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse. (Visualisierung und Bild zvg)

Gemeinderätin Monika Rohr bei der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse. (Visualisierung und Bild zvg)

Die Jury hat im Rahmen der zweiten Stufe des Architektur-Wettbewerbs für das neue Stalliker Dorfzentrum das Projekt Pina ausgewählt, dessen Konzept ihr städtebaulich und funktional am besten gefiel: «Der städtebauliche Vorschlag verschiebt den Projektperimeter in Richtung der Zone entlang der Reppischtalstrasse. So wird eine un­nötige Ausdehnung der Siedlung in die prägenden Wiesen und Obsthaine der Umgebung vermieden und das Alterswohnen rückt näher an die öffentlichen Einrichtungen (Bushaltestellen, Gemeindehaus).» Gebaut wird die Genossenschaftssiedlung von der Genossenschaft Hofgarten.

Das Konzept muss aber vorerst noch weiterentwickelt werden, um vom Ideal zur Realität zu gelangen. Die Jury fasste den Entwicklungsbedarf in drei Bereichen zusammen: Wirtschaftlichkeit, Zugänglichkeit und Volumen. Die Hinweise zur Weiterentwicklung des Projekts zeigen, dass der Prozess mit der Jurierung noch nicht abgeschlossen ist. Auch betreffend Feedbacks aus der Bevölkerung besteht noch Spielraum für Anpassungen. Was in der aktuellen Phase vorliegt, umfasst die konzeptionelle Eingliederung ins Dorf und die Struktur der Wohnbauten. Die operativen Details folgen im nächsten Schritt.

Die Jury ist überzeugt, dass das Projekt das Potenzial hat, alle Anforderungen von Gemeinde und Wohnbaugenossenschaft zu erfüllen. Zur Wohnqualität hält sie unter anderem fest: «Der Entwurf bietet eine breite Palette von unterschiedlichen, aber auf derselben Struktur aufbauenden, grösstenteils gut geschnittenen Wohnungstypen. Die Wohnungen sind jeweils zwei- bis dreiseitig ausgerichtet und schaffen so attraktive Ausblicke und Grundrisse, die auf die Lärmsituation an der Reppischtalstrasse reagieren können.» Gemeinschafts­terrassen auf den obersten Geschossen, vielfältig gestaltete Freiräume und ein Laubengang zur Wohnungserschliessung ermöglichen Begegnungen.

Die Jury begrüsst die Integration der bestehenden Scheune, deren Bausub­stanz noch intakt ist. Bauteile aus dem Abbruch werden in der Umgebung wiederverwendet und die Dächer werden mit Fotovoltaik zur Stromerzeugung genutzt.

Die Jury bilanziert: «Pina ist ein präzise aus den örtlichen Gegebenheiten entwickeltes Projekt, welches die komplexen Anforderungen des Programms sowohl in Bezug auf die räumlichen und organisatorischen Vorgaben der Genossenschaft wie auch auf die Bedürfnisse des Dorfes in sehr hohem Masse erfüllt. … Es entsteht nicht eine neue Siedlung, sondern ein neues gemeinsames Dorfbild mit einer Vielzahl von Orten mit unterschiedlichen Qualitäten, wo Gemeinschaft stattfinden kann.»

Für Erarbeitung und Genehmigung des Gestaltungsplans, das Bewilligungsverfahren und den Bau sind weitere zwei bis drei Jahre erforderlich, so dass die neuen Wohnungen um 2028 bezogen werden können, wenn alles optimal ­abläuft.

Eva-Maria Nufer, Mitglied des Vorstands der Genossenschaft Hofgarten und Leiterin der Baukommission für das Projekt «Landgarten» Stallikon, äussert sich sehr zufrieden über die bisherige Zusammenarbeit: «Die Genossenschaft Hofgarten bedankt sich bei allen Stallikerinnen und Stallikern für die Möglichkeit, genossenschaftlichen Wohnungsbau in Stallikon entwickeln zu dürfen. Im Wettbewerbsverfahren ist jeder einzelne Beitrag wichtig, um am Ende für einen spezifischen Ort mit einer spezifischen ­Aufgabenstellung die bestmögliche Lösung zu finden. Dies ist dem Siegerprojekt gelungen.»

An die Stalliker Bevölkerung gewandt ergänzt Gemeinderätin Monika Rohr: «Wir arbeiten stets daran, dass wir in unserem Dorf auch Plätze haben, wo sich alle Generationen begegnen, zusammen etwas feiern, erleben und geniessen können. Das möchten wir alle und dafür setzen wir uns im Gemeinderat zusammen mit allen anderen wichtigen ­Akteuren ein – also auch zusammen mit Ihnen.»

Das Siegerprojekt Pina (dunklere Gebäude, zwischen Gemeindehaus, Reppischtalstrasse und Kirche) fügt sich im Modell nahtlos in die bestehenden Gebäude ein.

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