Waldschutz in Madagaskar erfolgreich umgesetzt
Ades ist führend in der Kocherproduktion und feiert sein 25-Jahre-Jubiläum

Als Regula Ochsner aus Ottenbach vor vielen Jahren für eine private Reise nach Madagaskar reiste, war sie schockiert. Zahlreiche der schönen Wälder, die sie von anderen Aufenthalten kannte, waren verschwunden. Die Gründe dafür waren Rodung für Landwirtschaft, Bautätigkeiten oder Energiebedarf für das Kochen. Traditionell wird in Madagaskar auf dem offenen Feuer gekocht, was betreffend Holzverbrauch ineffizient ist. 2001, also vor 25 Jahren, gründete Regula Ochsner den Verein Ades, was für Association pour le Développement de l’Energie Solaire steht.
Zu Beginn waren im Verein Freiwillige engagiert, die Arbeit richtete sich vor allem auf die Herstellung von Solarkochern aus. Im Laufe der Jahre wuchs die Organisation, wurde professionalisiert und erhielt den Geschäftssitz in Mettmenstetten. Statt der teuren und umständlichen Solarkocher begann die Produktion der Holz- oder Holzkohlekocher. Sie sind handlich, bündeln die Wärme optimal und reduzieren somit den Holzverbrauch um 50 Prozent.
Kocher spart pro Jahr eine Tonne Holz
Jetzt feiert die Organisation Ades ihr 25-Jahre-Jubiläum. Seit 2022 ist Luc Estapé als Geschäftsführer im Einsatz. «Das Thema von Ades ist der Schutz des Waldes in Madagaskar», fasst er zusammen. «Die Kocher bewähren sich nach wie vor und sind unser Kerngeschäft.» Ades sei der grösste Kocher-Produzent in Madagaskar und im ganzen Land bekannt. «Vor drei Jahren konnte der 500 000. Kocher in Betrieb genommen werden. Letztes Jahr produzierten wir 100000 Kocher.» Jeder Kocher spare pro Jahr eine Tonne Holz. Das bedeute eine grosse Reduktion des Drucks auf den Wald.
Ades stellt die Kocher an drei Standorten in Madagaskar her. In den Bereichen Produktion, Administration und Verkauf sind 263 Personen beschäftigt. Sie alle erhalten vom sozialen Arbeitgeber ein sicheres Einkommen. Die Finanzierung erfolgt durch Spenden und den Verkauf von CO2-Zertifikaten. Ades arbeitet eng mit myclimate zusammen und erhält dank der Zertifizierung Gelder aus CO2-Kompensationzahlungen von Firmen oder Privatpersonen. Die Kocher werden in Madagaskar nicht verschenkt, aber zu einem sehr geringen Preis verkauft. Inzwischen hat Ades sein Engagement in Madagaskar ausgeweitet und setzt sich auch für den Umweltunterricht an Schulen und die Aufforstung ein. Pro Jahr werden 300000 Bäume verschiedener Arten gepflanzt.
Gefeiert wird in Madagaskar
Herbert Blaser, Präsident des Vereins Ades, arbeitet ehrenamtlich und ist überzeugt von den erfolgreichen Projekten. «Es macht mir Freude, mich auf diese Weise für etwas Nachhaltiges einzusetzen. Die Arbeit ist spannend, vor allem, weil wir auch unternehmerisch tätig sind.» Luc Estapé ergänzt: «Unsere Arbeit ist für alle hier im Team befriedigend, denn dank unserem Engagement gibt es in Madagaskar etwas, was es sonst nicht gäbe.» Die beiden berichten aber auch von den Herausforderungen, die sich bei der Tätigkeit in einem sehr armen und korrupten Land stellen. «Wir erleben manchmal Umgangsarten, die für uns eigenartig und schwer verständlich sind. Aber wir haben auch gelernt, damit umzugehen und die andere Kultur ein Stück weit zu verstehen.» Und wann wird das Jubiläum zelebriert? «Das Jubiläum werden wir im Herbst zusammen mit den Mitarbeitenden in Madagaskar feiern und ihnen damit unsere Wertschätzung für ihre Arbeit ausdrücken.»
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