Was Matterhorn und Patrouille Suisse mit der Landi Obfelden gemeinsam haben
Sturm- und wetterfest, schnell, professionell, präzise und faszinierend – das sind nicht nur Matterhorn und Patrouille Suisse, sondern auch die Landi Obfelden, sagte Landi-Schweiz-Verkaufsleiter Roland Stalder am 125-Jahre-Jubiläum.
Ein Jahresumsatz von fast 20 Mio. Franken, erarbeitet mit fast 70 Mitarbeitenden: Das sind zwei Zahlen der Landi Obfelden, die 1887 als Landwirtschaftliche Konsumgenossenschaft gegründet wurde. 1991 erfolgte die Fusion mit der LG Affoltern. Geschichte und Zahlen hat der pensionierte Lehrer Peter Käppeli in einer anschaulichen Jubiläumsbroschüre zusammengefasst. Und er führte im Lorzensaal in Cham auch durch die Jubiläumsfeier, die von den «Ohrestüber-Musikanten» aus Obfelden musikalisch umrahmt wurde. Der Bau des Eiffelturms, die Erfindung des Grammofons und das erste Autorennen in Paris fielen ebenfalls ins Gründerjahr der Landi Obfelden.
Sie hat sich zum erfolgreichen Unternehmen entwickelt. Für Präsident Bernhard Frick fusst das nicht zuletzt auf der Beständigkeit in der Leitung der Landi: In den 125 Jahren zählt die Landi gerade mal fünf Verwalter bzw. Geschäftsführer. Strategisch gute Standorte, gutes Personal, zuverlässige Lieferanten und verlässliche Geschäftspartner sind für den Präsidenten ebenfalls wichtige Pfeiler, die den Erfolg garantieren. Und das in einem schwierigen Umfeld. Auch die Migros will ja ihre Zelte in Obfelden aufschlagen.
Grosser Verdrängungskampf
Roland Stadler, Verkaufsleiter von Landi Schweiz, machte der Festgemeinde in Cham jedoch Mut. 125 Jahre – das assoziiere alt, verstaubt, unbeweglich, langsam und gebrechlich. Das Gegenteil sei der Fall. Er vergleiche die Landi gerne mit Matterhorn und Patrouille Suisse – zwei Markenzeichen der Schweiz, die einerseits sturm- und wetterfest, von Weitem sichtbar, andererseits schnell, präzise, hochprofessionell und faszinierend sind. Stadler sieht darin Parallelen zur Landi, die all diese Attribute in einem verkörpern. Mit einem Umsatzplus von 4% bei einer Preissenkung von 7% sei sie in die Nummer eins im Detailhandel. Der jährliche Kundenzuwachs betrage 4,5%.
Hauptanteil am Erfolg schrieb Stalder den Mitarbeitenden zu, die täglich vollen Einsatz leisten und das im Detailhandel diktierte hohe Tempo mithalten können. Der Verdrängungsmarkt sei enorm, sagte der Verkaufsleiter mit dem Hinweis auf die 50- bis 70-Prozent-Aktionen der Konkurrenz, die er als unseriös bezeichnete. «Was können wir tun? Als vertrauenswürdiger, überraschender Detailhändler auftreten, um unsere Kunden mit Produkten bester Qualität und bestem Preis und entsprechender Auswahl bedienen zu können.»
Erfolg nicht in erster Linie an der Kapitalrendite gemessen
Er sei sicher dass UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ans Jubiläum der Landi Obfelden gedacht habe. Denn dieser habe das Jahr 2012 zum internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt – und damit begründet, dass Genossenschaften der internationalen Gemeinschaft zeigen, dass Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung miteinander verbunden werden können, sagte der Obfelder Gemeindepräsident Thomas Ammann.
Genossenschaften wie die Landi bezeichnete er als vitalen Teil des kommunalen und regionalen Wirtschaftskreislaufs. Sie sorgten für Beschäftigung vor Ort und Absatzmöglichkeiten für lokale Produzenten. Die Landi sei im wirtschaftlichen Interesse ihrer Mitglieder tätig. Sie messe ihren Erfolg nicht in erster Linie an der Kapitalrendite, sondern an dem, was sie für ihre Mitglieder und Kunden leiste. Und für die Gemeinde Obfelden sei es auch wichtig, dass die Jubilarin zahlreiche Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen habe. Auch habe sich die Landi mit vielen Engagements und finanzieller Unterstützung für das Dorf eingesetzt, sagte Thomas Ammann. Umsicht, Weitsicht, Tatkraft und Innovationsfreude und gute Mitarbeitende – das seien die Stützpfeiler des Erfolgs, dazu die Beständigkeit in der Führung. Im gleichen Zeitraum gab es dreimal mehr Gemeindepräsidenten als Verwalter bzw. Geschäftsführer der Landi. Die Wahrscheinlichkeit sei gross, dass Marcel Tillmann, der jetzige Geschäftsführer, auch das 150-Jahre-Jubiläum mitorganisieren dürfe, schloss der Gemeindepräsident.
Walter Dürr, als Vizepräsident des Gemeinderates Affoltern den verhinderten Gemeindepräsidenten Robert Marty vertretend, outete sich als Landi-Kunde. Er lobte das Preis-Leistungs-Verhältnis und erachtet die Nischenpolitik als wichtig, also das anzubieten, was andere nicht können oder wollen – und zwar in hoher Qualität. Dürr lobte auch die Jubiläumsschrift, die ihm, 1967 ins Amt gezogen, viel Neues offenbart habe. Selber Gewerbler sagte er: «Handwerks- und Gewerbebetriebe wie die Landi – das ist die Schweiz, nicht die Grosskonzerne».








