Welche Schätze birgt der Boden unter der Strasse?

Gegen das bereinigte Auflageprojekt für den Autobahnzubringer Obfelden-Ottenbach sind noch drei Beschwerden beim Verwaltungsgericht hängig. Damit keine weiteren Verzögerungen erfolgen, laufen bereits Sondierungsarbeiten nach möglichen archäologischen Fundstellen.

Grabungsleiterin Stefanie Brunner mit dem GPS-Gerät, das Fundstellen auf wenige Zentimeter genau markiert. Im Hintergrund beobachtet ihre Kollegin Adina Wicki den Aushub des Baggers an einer zweiten Sondierungsstelle. (Bild bs)
Grabungsleiterin Stefanie Brunner mit dem GPS-Gerät, das Fundstellen auf wenige Zentimeter genau markiert. Im Hintergrund beobachtet ihre Kollegin Adina Wicki den Aushub des Baggers an einer zweiten Sondierungsstelle. (Bild bs)

Die Sondierungsarbeiten haben letzte Woche beim EKZ-Unterwerk Obfelden begonnen. Wo genau gegraben wird, hängt von der Freigabe des jeweiligen Grundeigentümers ab. Da die meisten Böden landwirtschaftlich genutzt werden, müssen die Arbeiten sowohl auf die Fruchtfolge als auch auf das Wetter Rücksicht nehmen. Damit Sondierungen und allfällige Grabungen zur Bergung von Funden den Strassenbau nicht verzögern, versucht die Kantonsarchäologie möglichst rasch voranzukommen. Bisher wurden 31 sogenannte Schnitte angelegt, nun muss wieder besseres Wetter abgewartet werden, denn die Böden dürfen für die Grabungen nicht zu nass sein.

Was ist zu erwarten?

Der Autobahnzubringer berührt im Gebiet Lanzen südlich von Ottenbach ein Randgebiet einer archäologischen Zone, die um einen bronzezeitlichen Grabhügel herum festgelegt worden ist. Hier sind am ehesten Funde zu erwarten. Doch grundsätzlich ist überall ein Fund aus den letzten 8000 Jahren unserer Geschichte möglich.

Die Archäologin Stefanie Brunner ist vor Ort für die Sondierungsarbeiten verantwortlich. Sie lässt den Baggerführer die Bodenschichten bis auf die Moräne hinunter sorgfältig abtragen. Sie und ihre Kollegin Adina Wicki beobachten den Aushub genau und stoppen sogleich, wenn sie etwas bemerken. Kleinere Funde und Befunde werden mit einem exakten GPS-Gerät eingemessen, fotografiert und können gleich geborgen werden. Grössere Fundplätze, die mehr als eine blosse Sondiergrabung erfordern, werden anschliessend bearbeitet.

Die Sondierungsarbeiten, die bis im kommenden Sommer dauern, sind nötig, weil beim Bau der Strasse allfällige Fundstellen unwiederbringlich zerstört werden. Die Chance, die der Strassenbau bietet, besteht handkehrum darin, dass vorgängig sondiert wird, ob hier Fundplätze bestehen. Man darf gespannt sein, was das Terrain des künftigen Autobahnzubringers über unsere regionale Geschichte in den nächsten Monaten zutage fördern wird.

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