Weniger Kehricht, mehr Recycling

So entwickeln sich die Abfall- und Grüngutmengen im Knonauer Amt

Bei grossen Supermärkten, wie hier bei der Migros in Affoltern, lässt sich Vieles kostenlos entsorgen. (Bild Salomon Schneider)
Bei grossen Supermärkten, wie hier bei der Migros in Affoltern, lässt sich Vieles kostenlos entsorgen. (Bild Salomon Schneider)

152 Kilogramm Kehricht wurden 2016 pro Einwohner des Knonauer Amts gesammelt. In diesem Artikel nicht eingerechnet sind die Sammlungen in Stallikon, da die Gemeinde nicht Mitglied im Dienstleistungscenter Amt (Dileca) ist, welches die Zahlen aufbereitet hat. Der Geschäftsführer der Dileca, Franz Liebhart, warnt vor einer Überinterpretation der Zahlen auf kommunaler Ebene: «Bei den Angaben sind auch die Abfälle der Industrie mit eingerechnet. Gemeinden mit viel Industrie weisen deshalb grosse Abfallmengen auf. Zudem kann der Zu- oder Wegzug eines Betriebes grosse Unterschiede machen. Bis 2014 war in Ottenbach beispielsweise die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Jonen-Ottenbach der grösste Kehrichtlieferant. Als Ottenbach an der ARA Kelleramt angeschlossen wurde ist die Kehrichtmenge pro Einwohner von einem Jahr auf das andere um 16 Kilogramm pro Einwohner gesunken.»

Recycling ist zum Standard geworden

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Kehrichtmengen pro Person in allen Bezirksgemeinden rückläufig sind – vor allem in den Gemeinden in der Nähe von Affoltern. Dies dürfte zu einem guten Teil am Öki-Hof der Schmid Entsorgung und Recycling AG in Affoltern liegen. 2016 wurden im Öki-Hof über 14 Tonnen Nespresso-Kapseln, 127 Tonnen Kunststoff, 86 Tonnen Textilien und 64 Tonnen PET gesammelt. Die Gemeinde Affoltern bezahlt 10 Franken pro Einwohner für den Öki-Hof. Auswärtige müssen ein Jahresabo lösen, für 50 Franken und erhalten dazu zwei Rollen Kunststoffsammelsäcke im Wert von 40 Franken. Zudem lassen sich auch bei den grossen Supermärkten immer mehr Wertstoffe kostenlos entsorgen, wie Hohlkörper aus Kunststoff. Da die meisten Gemeinden ebenfalls umfassende Recycling-Infrastruktur bieten, nimmt die Gesamtmenge der widerverwerteten Wertstoffe in allen Gemeinden zu.

Mehr Grüngut in feuchten Sommern

Im Bereich der kompostierbaren Küchen- und Gartenabfälle liegen die gesammelten Mengen in den Bezirksgemeinden sehr weit auseinander. In Ottenbach wurde mit 261 Kilogramm Grüngut pro Einwohner 2016 am meisten Grüngut durch die Dileca abgeholt und in der Ökopower AG, in Ottenbach, vergärt. Diesen alleinigen Spitzenplatz – 48 Kilogramm mehr als Knonau – hat Ottenbach seit Jahren inne. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Ottenbacherinnen und Ottenbacher gerne selber im Garten Hand anlegen.

Am wenigsten Küchen- und Gartenabfälle wurden in Affoltern abgeholt, mit 127 Kilogramm, dicht gefolgt von Wettswil, mit 132 Kilogramm und Bonstetten (136 Kilogramm). «Die durch die Dileca abgeholte Grüngutmenge ist stark wetterabhängig. In feuchten Sommern, wie 2014, wachsen Pflanzen viel stärker, was in allen Gemeinden zu höheren Grüngutmengen geführt hat. In trockenen Sommern – wie 2015 – sind dafür weniger Gartenabfälle angefallen», erklärt Franz Liebhart. 2016 betrug die durchschnittliche Grüngutmenge pro Einwohner im Säuliamt 163 Kilogramm.

Bei der Kompostierung ist die Bevölkerungsstruktur relevant

Mitverantwortlich für die Grüngutmenge in den Gemeinden sind auch die Bevölkerungs- und Wohnstrukturen. Affoltern beispielsweise ist dichter besiedelt als andere Bezirksgemeinden, weshalb auch weniger Grünabfälle pro Einwohner anfällt. Matthias Wyss, der bei der ehemaligen Kompostieranlage in Wettswil gearbeitet hat, erklärt die tiefen Grüngutmengen im Unteramt: «Wettswil ist von Einfamilienhäusern im Wohneigentum geprägt, die vergleichsweise eher gut situierten Familien gehören. Diese Familien leisten sich eher einen Gärtner als Mieter und Gärtner bringen das Grüngut meistens direkt in eine Kompostieranlage. Bonstetten ist durch Mehrfamilienhäuser geprägt, bei denen oft Gärtner für die Pflege des Umschwungs verantwortlich sind. Auch hier liegt die Vermutung nahe, dass die Landschaftspfleger das Grüngut direkt in die Kompostieranlage bringen.»

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