Wenn die Musik übers Wasser trägt

«Live am Türlersee» lockte rund 400 Gäste

Die Hausemer Band Last Avenue mit Martin Gaisser (Gesang, Gitarre), Markus Rohner (Gitarre), Ron Sumners (Schlagzeug) und Noah Pestalozzi (E-Gitarre) am «Live am Türlersee». (Bilder Corina Venzin)

Die Hausemer Band Last Avenue mit Martin Gaisser (Gesang, Gitarre), Markus Rohner (Gitarre), Ron Sumners (Schlagzeug) und Noah Pestalozzi (E-Gitarre) am «Live am Türlersee». (Bilder Corina Venzin)

Wilcox mit Timo Homberger (Gesang, Gitarre), Jonas Plüss (Bass), Simon Gräzer (Schlagzeug) und Roland Andermatt (E-Gitarre).

Wilcox mit Timo Homberger (Gesang, Gitarre), Jonas Plüss (Bass), Simon Gräzer (Schlagzeug) und Roland Andermatt (E-Gitarre).

Timo Homberger, Sänger und Gitarrist von Wilcox.

Timo Homberger, Sänger und Gitarrist von Wilcox.

Unterschiedliche Bands und viele Zuhörerinnen und Zuhörer am Türlersee.

Unterschiedliche Bands und viele Zuhörerinnen und Zuhörer am Türlersee.

Während die Hitze am letzten Samstagabend nachliess und die Abendsonne den Türlersee in warmes Licht tauchte, füllte sich das untere Ende des Strandbads mit Musikliebhabern aus dem Säuliamt und darüber hinaus. Rund 400 Gäste besuchten «Live am Türlersee» und bestätigten dessen festen Platz im regionalen Veranstaltungskalender. Als erster Musikanlass unter freiem Himmel im Säuliamt vermittelt er Sommerfestival-Stimmung direkt am Seeufer.

Aus einer spontanen Idee heraus entstanden

Die Geschichte von «Live am Türlersee» begann zufällig. Wie Has-Club-Präsidentin Gina «Miss G» Schober erklärt, stand das Festzelt für die Bundesfeier bereits am Vorabend des 1. Augusts bereit. Lokale Bands nutzten die Gelegenheit für ein Konzert. Der Grundstein für den heutigen Anlass war gelegt. Nach einer Pause im vergangenen Jahr, als sich das Organisationsteam auf das Has-Club-Festival konzentrierte, kehrte der Anlass in neuer Form zurück. Statt unter einem Zelt wurde unter freiem Himmel gefeiert. Wimpelketten sorgten für Festivalstimmung.

Das Ziel des Has-Clubs ist unverändert: Kultur für alle. Ob und wie viel Eintritt man bezahlen will, bestimmt jede und jeder selbst; es steht eine Kollekte beim Eingang. Der Mittelpunkt sind Musik und Gemeinschaft. «Die grösste Herausforderung bleibt das Wetter», erklärt Gina. Dieses Jahr spielte es mit und lockte viel Publikum an den See. Zum guten Gelingen des Abends trug auch die Zusammenarbeit mit dem neuen Pächter des Restaurants Türlersee bei.

Vier Bands für ein stimmiges Gesamtbild

Black Cat’s Smoking eröffneten den Abend mit akustischer Musik zwischen Country, Folk und Americana. Ihr Grateful-Dead-Tribute passte zur chilligen Stimmung am Seeufer. Die legendäre US-Band stehe für Gemeinschaft und die Freude am gemeinsamen Musizieren, erklärte das Duo.

Danach übernahm die Hausemer Band Last Avenue, die bald 30 Jahre Bühnenerfahrung hat. Leadsänger und Mitgründer Martin Gaisser blickt auf eine entsprechend lange Entwicklung zurück. Er sagt: «Während früher mehrmals pro Woche geprobt wurde, stehen heute Auftritte und Aufnahmen im Vordergrund. Der Spirit und die Liebe zur Musik seien geblieben. Trotz digitaler Streamingplattformen blieben Live-Konzerte etwas ganz Besonderes.»

Mit Wilcox folgte Alternative Rock aus dem Säuliamt. Sänger Timo Homberger erzählte schmunzelnd, die «Konzert-Tour 2026» der Band bestehe aus genau diesem Wochenende, tags darauf spiele man noch in Affoltern. Da bei mehreren Bandmitgliedern die Familienplanung im Vordergrund stehe, seien gemeinsame Proben selten geworden. Umso grösser sei die Freude, gemeinsam auf der Bühne zu stehen.

Den Abschluss machte Steamy Pigeon Loft mit tanzbarem Alternative Funk und Soul. Als Leadsänger Jonas Zürrer das Publikum nach konstruktiver Kritik fragte, kam die Antwort prompt: «Weitermachen!» Für den musikalischen Ausklang sorgten DJ Dani The Tiger und DJ Tutti bis nach Mitternacht.

Ein besonderer Ort ermöglicht einen abwechslungsreichen Konzertabend

Die Gäste kamen nicht nur aus dem Säuliamt, sondern auch aus Winterthur, Solothurn, dem Appenzell und dem Raum Bremgarten. Viele kannten Mitglieder einer der Bands persönlich, andere schätzten das Kulturangebot des Has-Clubs. Einig waren sich alle: Der Türlersee macht den Anlass einzigartig. Direkt vom Wasser zur Musik wechseln und den Blick über den See schweifen lassen. Diese Verbindung von Natur, lauem Sommerabend und Livemusik macht «Live am Türlersee» so besonders. Has-Club-Präsidentin Gina Schober und dem Technikverantwortlichen Martin Gaisser ist es erneut gelungen, aus vier unterschiedlichen Bands einen stimmigen und abwechslungsreichen Konzertabend zu komponieren. Das wohl schönste Kompliment für die Organisatoren.

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