Wichtiger Meilenstein für den A4-Zubringer Obfelden/Ottenbach
Die kantonsrätliche Kommission für Planung und Bau stimmt dem Zusatzkredit für den Autobahnzubringer A4 Obfelden/ Ottenbach mit 9 zu 6 Stimmen zu. Nun muss der Kantonsrat entscheiden.

Gestiegene Kosten für den Landerwerb und Entsorgung von Altlasten – aus diesen und anderen Gründen wird der am 23. September 2012 bewilligte Autobahnzubringer A4 Obfelden/Ottenbach teurer als erwartet. Der Regierungsrat hat deshalb beim Kantonsrat einen Zusatzkredit über 14,88 Mio. Franken beantragt. Die Mehrheit der Kommission für Planung und Bau (KPB) hat diesem Zusatzkredit nun zugestimmt.
Zum einen habe das demokratiepolitische Gründe, so die Kommissionsmehrheit: «Das Volk hat der Kreditvorlage für den Autobahnzubringer 2012 mit 62,5 Prozent Ja-Stimmen zugestimmt.» Zum anderen ist die Mehrheit überzeugt, dass der Autobahnzubringer zusammen mit den von den Gemeinden geplanten flankierenden Massnahmen (Tempo 30, Begegnungszone) der Gemeinden Obfelden und Ottenbach die heute schwierige, ja teilweise gefährliche Situation auf den Durchgangsstrassen in der Region auf jeden Fall spürbar verbessern wird. «Es wäre auch nicht gerecht, die Region für die vor allem durch zahlreiche Einsprachen verursachte Verzögerung und Verteuerung des Baus des Zubringers zu benachteiligen, zumal Umfahrungen andernorts in der Regel bereits Bestandteil des Nationalstrassenprojekts gewesen sind.»
Minderheit zieht Verkehrsprognosen infrage
Eine Minderheit der Kommission um den Hedinger Kantonsrat Thomas Schweizer (Grüne) stellt fest, dass sich die Prognose der Verkehrsmengen, auf der auch das Abstimmungsergebnis von 2012 beruht, als nicht tragfähig erwiesen habe. Die Kosten (Autobahnzubringer und flankierende Massnahmen der Gemeinden) belaufen sich inklusive Bundesgelder auf insgesamt 80,28 Mio. Franken. Die Entlastung auf der Dorfstrasse in Obfelden werde nach heutiger Prognose lediglich ca. 1000 bis 2000 Fahrzeuge pro Tag betragen. Die Minderheit weist zudem auf die Verkehrszunahme hin, welche durch die neue Umfahrung generiert werde. Auch aus verkehrs- und umweltpolitischen Gründen lehnt sie das Projekt «Autobahnzubringer» und damit auch den Zusatzkredit ab.
«Ein Gebot der Fairness»
Bei der IG Sicherer Schulweg, einer parteiübergreifenden Vereinigung von Eltern und Dorfbewohnern aus Obfelden und Ottenbach, die sich für Verkehrssicherheit, insbesondere sichere Schulwege und menschenfreundliche Dorfzentren einsetzt, freut man sich über den Mehrheitsentscheid: «Es ist ein Gebot der Fairness, den klaren Volksentscheid von 2012 zu respektieren.» (pd./tst.)


