«Wir können diesen grossen Wurf stemmen»

Mettmenstetten plant eine Erweiterung der Schulanlage – mit Gesamtkosten von rund 28 Millionen Franken

Sie orientierten im sehr gut besetzten «Wygarten» über die Erweiterung der Mettmenstetter Schulanlage. Von links: Beat Bär (Finanzvorstand), Cédric Perrenoud (Basler & Hofmann), Philipp Esch (Esch Sinzel Architekten), Bea Gallati (Primarschulpräsidentin) und René Kälin (Gemeindepräsident). (Bilder Werner Schneiter)

Sie orientierten im sehr gut besetzten «Wygarten» über die Erweiterung der Mettmenstetter Schulanlage. Von links: Beat Bär (Finanzvorstand), Cédric Perrenoud (Basler & Hofmann), Philipp Esch (Esch Sinzel Architekten), Bea Gallati (Primarschulpräsidentin) und René Kälin (Gemeindepräsident). (Bilder Werner Schneiter)

Das Grossprojekt stösst auf grosses Interesse: Rund 200 Personen liessen sich am Montagabend im «Wygarten» aus erster Hand über Details informieren. Die Planung nahm im Jahr 2013 ihren Anfang. In seinem Rückblick auf das bisher Geschehene hob Gemeindepräsident René Kälin unter anderem die Gemeindeversammlung vom Dezember 2015 hervor. Damals sagten die Stimmberechtigten mit 127:1 klar Ja zum Planungskredit von 490000 Franken – ein Schritt, der weitere ermöglichte. In erster Linie den Projektwettbewerb, den Esch Sinzel Architekten, Zürich, mit «riri» gewannen.

«Die Primarschule hat auch den letzten Quadratmeter Fläche belegt». Mit diesem Satz verdeutlichte Primarschulpräsidentin Bea Gallati die räumlichen Probleme der Schule, die sich ohne bauliche Massnahmen wegen des Bevölkerungswachstums weiter verschärfen würden. Die 2015 mit «moderat» bezeichnete Wachstumsperiode Mettmenstettens musste 2016 in «hoch» angepasst werden, und die Bautätigkeit hält in den kommenden Jahren an. Im Juli 2017 wohnten 4833 Personen im Dorf; nach 2020 werden es deutlich über 5000 sein. Ähnlich die Schülerzahlen, die gemäss Prognose von aktuell 431 auf gegen 500 steigen werden. «Hier sind die Schwankungen allerdings grösser», so Bea Gallati. Für sie ist Handlungsbedarf auch deshalb angesagt, weil die Schule unter anderem wegen Integration, neuer Lernformen und generell wegen veränderter gesetzlicher Normen in Zukunft noch stärker gefordert sein wird. «So haben wir jeden Raum analysiert und geklärt, ob eine Nutzung noch sinnvoll ist. Der Raumbedarf ist klar ausgewiesen», sagte die Schulpräsidentin.

Drei Teilprojekte

Das Erweiterungsvorhaben umfasst drei verschiedene Teilprojekte, die sich über eine sorgfältig ausgearbeitete Gestaltung des Aussenraums zu einem Ganzen zusammenführen: den Neubau einer Doppelturnhalle mit Tagesstrukturen, einen Erweiterungsneubau der Primarschule, die Sanierung der alten Sennerei zur Dorfbibliothek mit Begegnungsort.

Energie mit Heizverbund sowie Mobilität bilden übergreifende Themenkeise. Ein geplanter Doppel-Kindergarten ist nicht Bestandteil des Vorhabens. Laut Cédric Perrenoud vom Planungsbüro Basler & Hofmann beruht das Gesamtprojekt auf einem Masterplan, der laufend überarbeitet wird und eine wichtige Grundlage darstellt. Dazu zählt auch das Energie- und Mobilitätskonzept, letzteres mit dem Ziel einer Verkehrsentflechtung zwischen der Primar- und Sekundarschule liegenden Schulhausstrasse.

Das Preisgericht entschied sich schliesslich unter den zehn final beurteilten Arbeiten für das Projekt «riri» von Esch Sinzel Architekten, Zürich. «Der Entscheid für dieses Projekt fiel einstimmig», fügte Finanzvorstand Beat Bär an. Gemäss Architekt Philipp Esch bestand die Herausforderung darin, einen grossen grünen Raum zu erhalten, eine attraktive Gestaltung, die Durchlässigkeit auch im Freien usw. Und es galt «Terrassen» (Höhenmeter) zu überwinden. Die lang und schmal angelegte Doppelturnhalle (in drei Teile unterteilbar) erlaube den Schutz der Bäume. Die Tagesstruktur sei für verschiedene Hortgruppen ausgelegt. Für die Schulhauserweiterung, ein reiner Holzbau, habe man wegen des Tageslichts ein besonderes Dach gewählt. Und bei der alten Sennerei seien unter anderem eine grosse Schleppgaube sowie Treppe/Lift und eine grosse Veranda geplant, die den Blick auf den Dorfspielplatz erlaube, führte Philipp Esch aus.

«Ziel: Keine Steuererhöhungen wegen dieses Grossprojekts»

«Auf begrenztem Raum ist ein guter Wurf gelungen», lobte Beat Bär die Arbeit der Architekten. Er erwähnt auch das gute Feedback aus der Bevölkerung, die sich aber durchaus auch kritisch mit dem Projekt auseinandergesetzt habe (vgl. Artikel auf der Frontseite). Ein nächster Schritt folgt nun am 24. September 2017. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Urne über einen Projektierungskredit von 2,97 Mio. Franken. Auf die Primarschule entfallen dabei 1,9 Mio., auf die Politische Gemeinde 1,07 Mio. Franken. Sagt der Souverän Ja, kann die Planung weiterverfolgt werden und in einem Jahr mit der Urnenabstimmung über den Baukredit von voraussichtlich 28 Mio. Franken der entscheidende Schritt getätigt werden. In diesem Fall ist die Bauausführung in den Jahren 2019 bis 2021 vorgesehen.

Grösste Brocken sind die Doppelturnhalle (rund 16 Mio. Franken) und die Erweiterung der Primarschule (rund 6 Mio. Franken). Finanzvorstand Beat Bär ist der Meinung, dass sich das Mettmenstetten aufgrund seiner gesunden Finanzlage leisten kann und auch leisten muss. «Das Ziel, dass wegen dieses Projekts keine Steuererhöhungen erfolgen müssen, ist weiter realistisch», fügte er bei. Selbstverständlich müsse die Gemeinde Kredite aufnehmen, was angesichts der derzeitigen Zinslage attraktiv sei – maximal 25 Mio. Franken, die innert zehn Jahren auf 10 Mio. Franken abbezahlt werden sollen. Derzeit verfüge die Gemeinde über 12 Mio. Franken flüssige Mittel. Allerdings ergebe sich bis 2021 eine Nettoverschuldung von knapp 800 Franken pro Einwohner.

«Wir haben einen grossen Investitionsstau – wir müssen dieses Projekt realisieren», schloss Bär. Das älteste Gebäude ist das 1845 erbaute Schulhaus Dorf. Und seit dem Bau des Schulhauses Gramatt sind auch schon 35 Jahre ins Land gegangen. Bea Gallati doppelte in ihrem Schlussvotum nach: «Wir können diesen grossen Wurf stemmen!»

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Bezirk Affoltern27.08.2026

Müller‑Mehrheit – und die Säuliamt‑Spezialitäten

Offizielle Namensdaten: Im Bezirk Affoltern dominieren die grossen Schweizer Klassiker
Maschwanden fällt aus der Reihe
Bezirk Affoltern27.08.2026

Maschwanden fällt aus der Reihe

Fortsetzung: «Müller-Mehrheit – und die Säuliamt-Spezialitäten»
Ungleiches Abstimmungsbudget? Schweizweit, so auch im Knonauer Amt, finden sich viele Plakate, die für eine Annahme der Neutralitätsinitiative werben, wie dieses hier in Affoltern. Solche für die Ernährungsinitiative sind eher selten zu sehen, we
Bezirk Affoltern27.08.2026

Neutralität und Ernährung im Fokus

Über diese zwei nationalen Abstimmungsvorlagen gilt es, am 27. September an der Urne zu befinden