«Wir werden wieder angreifen!»

Vor Wochenfrist entschied der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV), die laufende Meisterschaft auf sämtlichen Amateurstufen zu annullieren. Es gibt somit weder Auf- noch Absteiger.

Der Ball ruht. WB-Trainer Jérôme Oswald bedauert, die guten Leistungen der Vorrunde nicht bestätigen zu können. (Bild Kaspar Köchli)
Der Ball ruht. WB-Trainer Jérôme Oswald bedauert, die guten Leistungen der Vorrunde nicht bestätigen zu können. (Bild Kaspar Köchli)

Dem Fussballclub Wettswil-Bonstetten (1. Liga) gelang bekanntlich eine grandiose Hinrunde. Nach dem vorgezogenen Rückrundenmatch Anfang November 2019 gegen St. Gallen (3:2-Sieg) festigte WB den zweiten, für Aufstiegsspiele berechtigenden Tabellenrang. Mit 30 Punkten aus 14 Spielen (Torverhältnis 24:13) lag er vier Punkte hinter Leader Tuggen und ebensoviele Zähler vor dem Dritten, Linth.

Nach den positiven Resultaten in den Vorbereitungsspielen sowie dem gelungenen Trainingslager im spanischen Malaga fieberten alle dem Rückrundenstart vom 29. Februar 2020 entgegen. Wegen des Coronavirus wurde der Meisterschaftsbetrieb jedoch von einem Tag auf den anderen eingestellt. Betroffen waren nicht nur die Super- und Challenge-League, sondern auch alle anderen Ligen. Woche für Woche wurde zugewartet und immer wieder über mögliche Fortsetzungs-
szenarien spekuliert. Seit einer Woche ist der Bescheid nun ­definitiv: Die Meisterschaftssaison 2019/2020 wird annulliert.

Unisono Verständnis bei WB
«Natürlich schmerzt der Abbruch bei der guten Ausgangslage. Aber nur auf den ersten Blick, schliesslich gab es ja keine Alternative», sagt Teammanager Marc «Bobes» Enskat. Und fügt hinzu: «Als Mannschaft kann man nicht viel mehr tun, als bereit zu sein für den Wiederbeginn – wann immer der sein möge.» Gleicher Meinung ist Präsident Markus Fischer: «Für das Team tut es mir natürlich leid, dass es sich nach seiner sehr guten Leistung nicht auch in der Rückrunde beweisen kann. Jedoch begrüsse ich den Entscheid vom SFV, die Meisterschaft abzubrechen und zu annullieren. Es wäre meines Erachtens unverantwortlich gewesen, in der heutigen Situation und Planungsunsicherheit die Saison im Juni fortzusetzen. Ebenfalls steht der neue Saisonbeginn noch nicht fest, somit ist überhaupt nicht klar, wann wieder mit einem ordentlichen Trainings- und Spielbetrieb zu rechnen ist.» Und der erfolgreiche Trainer Jérôme Oswald meint kurz und bündig: «Schade, konnten wir unsere gezeigten Leistungen der Vorrunde nicht bestätigen – aber wir werden wieder angreifen!»

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