«Wir wollen den Ratssaal füllen»

Am Samstag, 29. September, findet in Zürich die zweite Jugendparlamentssitzung statt. 2015 wurde der Verein Jugendparlament Kanton Zürich gegründet. Inzwischen zählt er über 150 Jugendparlamentarier und -parlamentarierinnen. Die Säuliämtler Politjugend ist gemäss Salome Hurschler allerdings noch stark untervertreten.

An der ersten Jugendparlamentssitzung vom 24. März wurde hitzig debattiert. <em>(Bild Jugendparlament Kanton Zürich)</em>
An der ersten Jugendparlamentssitzung vom 24. März wurde hitzig debattiert. <em>(Bild Jugendparlament Kanton Zürich)</em>

Es war an einer Jugendsession im Bundeshaus. Da fiel der Ebertswilerin Sarah Schmid auf, dass es in den meisten Kantonen ein Jugendparlament gibt – nur in Zürich nicht. Um das zu ändern, hat eine Gruppe von Jugendlichen im Jahr 2015 den Verein Jugendparlament Kanton Zürich gegründet. Im Herbst 2017 wurde dieser durch Jacqueline Fehr (SP) im Namen des Regierungsrats offiziell anerkannt. Sarah Schmid hat ihr Amt als Co-Präsidentin im Frühling 2018 abgegeben. Die 21-Jährige wird ab September Kommunikation studieren und zieht dafür nach Winterthur. Mit der Affoltemerin Salome Hurschler ist jedoch wieder eine junge Frau aus dem Säuliamt in den Vorstand nachgerückt.

Mehr Einsatz gegen Foodwaste gefordert

Am Samstag, 24. März 2018, hat schliesslich im Rathaus Zürich die erste Jugendparlamentssitzung stattgefunden. Knapp 100 Jugendliche nahmen teil. Ein gelungener Start, wie Salome Hurschler findet: «Wir konnten mit dieser ersten Sitzung viele Jugendliche erreichen.» Das Ziel jedoch ist klar: «Wir möchten den Ratssaal mit seinen 180 Plätzen am liebsten komplett füllen», erklärt sie. Im Vorfeld der halbjährlichen Sitzungen werden die Mitglieder nach Themenvorschlägen angefragt. An der Auftaktsitzung vom 24. März ging es dann um Suchtmittel, Tierethik, Ernährung oder politische Bildung im Schulunterricht. Aber auch um das Stimmrecht, oder um die religiöse Radikalisierung.

Am Schluss des Tages wurden dem Kantonsrat vier Petitionen überreicht. Die breiteste Unterstützung im Jugendparlament erhielt das Thema Foodwaste. Mit 81 Ja- gegenüber 11 Nein-Stimmen forderten die Jugendlichen, dass Lebensmittelhändler und -verarbeiter dazu verpflichtet werden, Angebote zur Weitergabe von unverkauften Lebensmitteln durch gemeinnützige Organisationen anzunehmen und die Lebensmittelverschwendung durch ein Anreizsystem deutlich zu vermindern.

Salome Hurschler zieht zur ersten Jugendparlamentssitzung eine positive Bilanz: «Wir konnten unsere Forderungen im Kantonsrat platzieren. Anhand der Rückmeldungen haben es viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschätzt, sich in diesem Rahmen zu politischen Themen äussern zu können.»

Noch wenig Politnachwuchs aus dem Säuliamt mit dabei

Am 29. September findet die zweite Jugendparlamentssitzung statt. Dann werden sich die Jugendlichen unter anderem mit der privaten Energiegewinnung, dem Waffenrecht, mit Suchtprävention oder mit der Gleichstellung der Geschlechter befassen. Wie gut stehen die Chancen, dass der Ratssaal bei der nächsten Sitzung komplett gefüllt ist? «Derzeit stehen wir bei 150 Mitgliedern. Tendenz steigend. Damit stellt Zürich bereits heute das mitgliederstärkste Jugendparlament der Schweiz», so Salome Hurschler. Der Bezirk Affoltern sei allerdings noch stark untervertreten. «Viel mehr als eine Handvoll Mitglieder sind es bisher noch nicht», erklärt sie. Beim Politnachwuchs hat das Säuliamt also noch Luft nach oben.

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