Wo mehrere Rassen bewertet werden

Die Maschwander Viehschau mit einem Alleinstellungsmerkmal

Der «Jöö»-Effekt: Jasmin Stehli interviewt Kinder bei der Vorführung der Kälber. (Bilder Werner Schneiter)

Der «Jöö»-Effekt: Jasmin Stehli interviewt Kinder bei der Vorführung der Kälber. (Bilder Werner Schneiter)

Vorführung im Kreis. Auch Gemeindepräsident Ernst Humbel ist dabei.

Vorführung im Kreis. Auch Gemeindepräsident Ernst Humbel ist dabei.

Weil die Dorfstrasse in Maschwanden derzeit saniert wird, ist es etwas eng und verlangt von den Bauern einiges Geschick, ihre Kühe auf den Viehschauplatz zu lotsen. Dort werden sie an Holzstangen befestigt und warten bis zur Vorführung. Vor zahlreichem Publikum präsentieren dann die Landwirte ihre Vierbeiner. Unter den Blicken der beiden Experten Josef Schönbächler und Roland Bisig aus Willerzell, werden dann Blüemli, Lora, Bella, Klara und wie sie alle heissen, im Kreis bewegt und hernach «eingestellt» − zuvorderst jene, die in ihrer Abteilung, gemessen an fünf Kriterien, am besten abgeschnitten hat. Die Experten kommentieren schliesslich ihre Eindrücke. «Eine absolute Hammer-Abteilung», sagt Josef Schönbächler, beeindruckt von gut aufgehängten Eutern und gut verteilten Zitzen. Er spricht ausserdem vom ausgeprägten Zentralband, von idealem Becken, von gutem Fundament und Klauensatz, von starken offenen und gesunden Beinen, einem guten Rahmen und von harmonischer Ausstrahlung. Das Publikum applaudiert.

Die Viehschau in Maschwanden ist die dritte und letzte der Saison im Säuliamt – mit 85 präsentierten Tieren die kleinste und schweizweit die einzige, bei der mehrere Rassen aufgefahren werden: Red Holstein, Jersey, original Braunvieh, Normand und andere stehen da in Reih’ und Glied. Dieses Alleinstellungsmerkmal existiert seit rund 30 Jahren, nach einigem Ringen mit dem Veterinäramt, das sich damals gegen eine solche Mischung ausgesprochen hat. Die Maschwander Bauern, vereint im Viehschau-Verein, haben sich durchgesetzt und halten nun seit vielen Jahren sozusagen eine «private» Viehschau ab – mit Erfolg. Denn die beiden Experten sind beeindruckt von der Qualität, die sie in Maschwanden vorfinden. Sie sprechen von leistungsmässig guten Kühen mit vier, fünf Laktationen, die im Durchschnitt täglich 25 bis 30 Liter produzieren. «Wir wollen Kühe sehen, die Voraussetzungen mitbringen, um alt zu werden − damit sie möglichst lange Milch geben», hält Josef Schönbächler fest.

Dem Publikum gefällts, besonders auch, weil es in Maschwanden nicht an Nachwuchs fehlt. Fast 20 Kinder präsentierten nach der Schau ihre Kälbli – oft solche aus dem Stall ihrer Eltern. Nun ja, in Maschwanden ist es mehr als eine Viehschau, die da jeweils Mitte Oktober über die Bühne geht. Es ist auch ein Dorffest, an dem sich viele aus dem 660-Seelen-Dorf im Festzelt zum Mittagessen treffen, den formidablen «Eberhard-Grillbraten» geniessen – und dann am Abend zurückkehren zur Preisverleihung und zum Raclette-Plausch.

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