Zeichen der Wertschätzung zum Legislaturstart
Am Sonntag beginnt für die Ämtler Gemeinderäte und den Affoltemer Stadtrat die Legislatur 2018 bis 2022. Am Mittwoch durften sich die Gewählten in Kappel feiern lassen. Eingeladen hat Regierungsrätin Jacqueline Fehr.

Betreibt sie Wahlkampf auf Kosten der Steuerzahler? Die elf Bezirks-Feiern zum Legislaturstart, zu denen Regierungsrätin Jacqueline Fehr die über 1000 gewählten Lokalpolitiker in der Exekutive eingeladen hat, stiessen nicht nur auf Wohlwollen. Am Mittwochabend war das Knonauer Amt an der Reihe. Gefeiert wurde an historischer Stätte, nämlich im Kloster Kappel. Clemens Grötsch, Gemeindepräsident von Affoltern, zeigte in seiner Begrüssungsrede die Entwicklung des ursprünglich landwirtschaftlich-bäuerlich geprägten Bezirks auf. Sichtbar wird diese insbesondere im Bezirkshauptort, der am Sonntag zur Stadt wird: Die Bauten im Zentrum und in der Industrie würden immer urbaner. Die Zeiten der dörflichen Idylle seien vorüber, so der künftige Stadtpräsident.
Einen «traumhaft schönen Ort», nannte Regierungsrätin Jacqueline Fehr Kappel und seine Klosteranlage. Erst vor zwei Jahren sei die Zürcher Regierung für eine Retraite hier gewesen. «Sie füllen das politische System mit Leben», wandte Fehr sich direkt an die frisch- oder wiedergewählten Gemeinde- und Stadträte. Neben der Belastung, welche ein Engagement in der Lokalpolitik mit sich bringt, hob sie auch das Lustvolle hervor: Die Verbundenheit, die Einblicke, die man bekommt und die Erfahrungen, die einen als Mensch weiterbringen.
Ideale Gemeindegrössen und Formen der Zusammenarbeit
Das Milizsystem sei kein Auslaufmodell, betonte die Direktorin der Justiz und des Innern, sondern vielmehr ein Erfolgsmodell, das allerdings auch gepflegt werden müsse. Zentral dabei: die Bereitschaft, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Dabei sichert Jacqueline Fehr den Kommunalpolitikern die Unterstützung des Kantons zu, sei es durch das Gemeindeamt, den Bezirksrat oder das Generalsekretariat.
Um die zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre geht es auf der Austauschplattform «Gemeinden 2030». Dabei werden etwa Gemeindeautonomie und unverzichtbare Aufgaben der idealen Gemeindegrösse und Formen der Zusammenarbeit gegenübergestellt. Weitere Themen sind die Digitalisierung, Erwartungen der Bürger und die demokratische Mitbestimmung. «Die Gemeindeebene ist der Ort, wo Politik gemacht wird, welche die Leute unmittelbar in ihrem Alltag betrifft», betonte Jacqueline Fehr – und vergass auch nicht, in diesem Zusammenhang auf die grosse Bedeutung der kommunalen Berichterstattung in den Medien hinzuweisen.
Beim Apéro im Klostergarten bot sich dann Gelegenheit zum Austausch – nicht nur über Politisches. So wurde das Ausscheiden Deutschlands an der Fussball-WM rege diskutiert.


