Baumarkt OBI schliesst bereits wieder

Im Herbst 2021 eröffneten im neuen Gebäude an der Moosbachstrasse das Einrichtungshaus Pfister und der Baumarkt OBI ihre neuen Standorte. Der von der Migros betriebene Fachmarkt OBI schliesst nun bereits wieder.

Am 28. Oktober 2021 öffnete der Baumarkt OBI in Affoltern seine Tore. Von einer 9000 Quadratmeter grossen, gut beleuchteten und übersichtlich angeordneten Verkaufsfläche und einem fast die Hälfte der Fläche ausmachendenen grossen Gartenbereich, war im «Anzeiger» zur Eröffnung zu lesen. Am 26. August ist bereits wieder Schluss. Nach weniger als zwei Jahren schliesst die Migros Genossenschaft Zürich den Baumarkt. Die Migros Genossenschaften sind Franchisenehmerinnen der deutschen Baumarktbetreiberin OBI und führen sämtliche Märkte in der Schweiz.

Nicht die erhoffte Entwicklung

«Leider hat sich der Fachmarkt in Affoltern am Albis nicht so entwickelt, wie wir uns das erhofft haben», sagt Sven Kispalko, Leiter Direktion Fachmärkte bei der Genossenschaft Migros Zürich, Betreiberin des Markts, zum Entscheid. In der Medienmitteilung schreibt der Schweizer Detailhändler weiter, dass nach der Boomphase während der Corona-Pandemie die Baumarktbranche eine Flaute erlebt. Auch die negative Konsumentenstimmung, die aufgrund der Teuerung und der allgemeinen Weltlage herrscht, beeinflusst den Trend. Die Schliessung des Fachmarkts in Affoltern habe gemäss Medienmitteilung keine Auswirkungen auf die weiteren Schweizer OBI-Märkte.

Durch die Schliessung verlieren 27 Festangestellte und sechs Mitarbeitende im Stundenlohn ihren Arbeitsplatz. Bei der Eröffnung standen 61 Mitarbeitende für die Kundinnen und Kunden bereit. Wie die Migros auf Anfrage mitteilt, gab es aber im Vorfeld keine Kündigungen. Aufgrund des wirtschaftlichen Verlaufs wurden freigewordene Stellen nicht mehr besetzt. Seit der Eröffnung wurden rund 20 Stellen reduziert. Für alle Mitarbeitenden werden passende Anschlusslösungen inner- und ausserhalb der Migros gesucht. Ein Sozialplan sei vorhanden. Wie es mit der frei werdenden Verkaufsfläche weitergeht, wird im Moment noch geprüft. Ob ein langjähriger Mietvertrag besteht, hat die Medienstelle nicht beantwortet.

Am gleichen Standort befindet sich auch eine grosse Filiale des Einrichtungshauses Pfister, welches zur österreichischen XXXLutz Gruppe gehört.

Pfister auch nicht ganz zufrieden

Auf Anfrage sagt die Pressestelle von Pfister, dass sich die Filiale in Affoltern noch nicht ganz gemäss ihren Erwartungen entwickelt. Weiter schreibt sie, dass die Präsenz in Affoltern ein langfristiger strategischer Entscheid sei. Es wird bedauert, dass der Baumarkt OBI den Standort verlässt. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es aber nicht absehbar, ob dies zu einem grundsätzlichen Frequenzrückgang von Kundinnen und Kunden führen wird.

Was nun auf der frei werdenden Fläche geschieht, dazu hat Pfister keine Informationen. Von ihrer Seite her gibt es auch keine Pläne für eine Erweiterung und daher besteht kein Interesse an der Fläche.

Umkämpfter Standort

Der Standort Affoltern ist für Baumärkte ein umkämpftes Gebiet. Im Frühling 2018 kam mit der Hornbach-Filiale einer der grössten Baumarkt-Ketten in die Region. Im Oktober des gleichen Jahres schloss darauf, nach 18 Jahren, die Bau+Hobby-Filiale von Coop. Als Schliessungsgrund nannte Coop damals ein neues Ladenkonzept, das in den Räumlichkeiten nicht umgesetzt werden könne. Ein Zusammenhang mit der Eröffnung der Hornbach-Filiale in unmittelbarer Nähe spielte vermutlich aber auch eine Rolle. Ab September verbleiben in der Region neben dem Hornbach noch die Jumbo-Filiale, welche unterdessen zur Coop-Gruppe gehört. Zudem ist die Landi mit einer Filiale in Obfelden in der Gegend vertreten.

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