Familienunternehmen: Zweite Generation – drei Geschwister

30-Jahre-Jubiläum der Fahrschule Chresta

Die Geschwister Che, Siw und Kim Chresta (von links) führen die Fahrschule Chresta heute gemeinsam in zweiter Generation. (Bild Regula Zellweger)
Die Geschwister Che, Siw und Kim Chresta (von links) führen die Fahrschule Chresta heute gemeinsam in zweiter Generation. (Bild Regula Zellweger)

«Ausbildung war schon immer wichtig für die Sicherheit im Strassenverkehr», meint Che Chresta, Geschäftsführer der Fahrschule Chresta GmbH. Auf seine eigene Lernfreudigkeit angesprochen, lacht er: «In der Schule – na ja. Aber während der Lehre zum Bauspengler habe ich das Lernen entdeckt.» Die ersten Weiterbildungen absolvierte er nach Abschluss seiner Lehre im Jahr 2004: zum Nothilfeinstruktor sowie zum Leiter von zertifizierten Kursen zu lebensrettenden Sofortmassnahmen bei Herz-Kreislauf-Stillstand (CPR).

2005 trat er in die Fahrschule seiner Eltern Thomas und Arlette ein. Gegründet wurde die Fahrschule bereits 1989 von Jürg Wyttenbach und Thomas Chresta und lief bis 1996 unter dem Namen VIA Verkehrsinstitut Albis. Dann wurde die Einzelfirma «Chresta Fahrschule» gegründet. 2006 wurde sie zu einer GmbH umgewandelt. Bereits 2005 absolvierte Che Chresta die Ausbildung zum Autofahrlehrer, ein Jahr später jene zum Motorradfahrlehrer.

Als Militärmotorfahrer schloss Che Chresta seine Dienstzeit bereits mit 25 Jahren ab, doch die Liebe zum Lastwagenfahren blieb. Er liess sich zusätzlich zum Lastwagenfahrlehrer ausbilden. Seine Schwester Kim, gelernte Coiffeuse, absolvierte ebenfalls die Ausbildung zur Autofahrlehrerin. Die Eltern entschieden daraufhin, alle drei Kinder in ihre GmbH einzubinden.

Das Unternehmen zog von Obfelden nach Affoltern und expandierte: mehr Platz, ein breiteres Kursangebot, zusätzliche Fahrzeuge und mehr Mitarbeitende. Nach ihrer Lehre zur medizinischen Praxisassistentin trat auch die zweite Schwester, Siw, als Fahrlehrerin in das Familienunternehmen ein.

Polizei, dein Freund ...

Auch heute arbeiten die drei Geschwister im Betrieb eng zusammen. «Wir hatten schon immer einen guten Zusammenhalt», erklärt Che Chresta. «Unsere Mutter Arlette hat stets darauf geachtet, dass wir alle an einem Strick ziehen.»

Alle drei sind heute verheiratet und Eltern und haben bewusst darauf verzichtet, ihre Partnerin und Partner in die Fahrschule zu integrieren. «Das hat sich bewährt», ist Che Chresta überzeugt. Die acht Chresta-Kinder der dritten Generation sind oft gemeinsam unterwegs, auch in den Ferien. «Nani» Arlette Chresta hütete sie bis zu ihrem Tod Ende 2025 häufig. «Sie hat unsere Familie zusammengehalten», sagt Che Chresta, «wir vermissen sie alle sehr.»

Die Geschwister legen grossen Wert auf Qualität. Die Fahrschule wurde 2019 und 2025 EduQua zertifiziert, verfügt also über ein anerkanntes Qualitätslabel für Weiterbildungsanbieter. Che, Kim und Siw Chresta verfügen über einen Abschluss in Erwachsenenbildung – denn das Unterrichten bleibt der Schwerpunkt ihrer Arbeit. Dass sich dieses Engagement auszahlt, zeigt auch die Zusammenarbeit mit der Polizei: Die Kantonspolizei schloss mit der Fahrschule eine Ausbildungsvereinbarung ab. Im vielfältigen Kursangebot findet sich auch «Tatort Strasse» – ein Kurs zum Verhalten bei Kontrollen und Unfällen, der von einem Polizisten geleitet wird.

Umfassendes Angebot

Heute sind zwölf Personen in der Fahrschule Chresta an der Industriestrasse in Affoltern beschäftigt. In acht Schulungsräumen sowie auf der Strasse werden jährlich über 2000 Lernende aus- und weitergebildet – vom Kindernothelferkurs bis zur Carführerprüfung.

Die Geschwister Chresta bilden sich kontinuierlich und zielorientiert weiter. Neustes Angebot von Kim und Siw Chresta: ein Babysitterkurs. Die beiden erfahrenen Mütter haben grosse Freude an diesem zusätzlichen Kursangebot.

Mit der Mietung eines weiteren Stockwerks konnten zusätzliche Kursräume eingerichtet werden. Dort befindet sich zudem ein moderner Fahrsimulator. Mit ihm lassen sich Fahrzeugbeherrschung und Reaktionsvermögen mit verschiedenen Fahrzeugtypen, unter unterschiedlichen Tageszeiten und Wetterbedingungen sowie in herausfordernden Verkehrssituationen trainieren.

Ziele erreicht – Status quo erhalten

Che Chresta ist im Herzen Handwerker geblieben. Sein neuestes Projekt wird im März 2026 realisiert: Zur bereits grossen Infrastruktur mit Büro- und Schulungsräumen sowie Parkplätzen für die eigenen Schulungsfahrzeuge kommen eine 300 Quadratmeter grosse Halle für Fahrzeuge und eine Werkstatt hinzu. «Wir wollen kleinere Reparaturen sowie Radwechsel an unseren Fahrzeugen künftig selbst durchführen.»

«Weiter wachsen wollen wir nicht», erklärt Che Chresta. «Wir sind bereits eine der grössten Fahrschulen in der Region. Zudem möchten wir das Familiäre, das unser Unternehmen auszeichnet, beibehalten.»

Er versteht es, berufliche Herausforderungen so zu gestalten, dass sie ihm selbst Spass machen. So organisiert er Motorradtouren, beispielsweise regelmässig nach Sardinien. Auch Carreisen können gebucht werden. Motorräder, Camper, Anhänger oder Busse lassen sich mieten.

Ausgleich findet er auf seinem Schiff auf dem Vierwaldstättersee. Auch seine beiden Kinder begeistern sich für den Wassersport. Sein Sohn ist bereits im Berufswahlalter. «Unser Bildungssystem ist super», sagt Che Chresta. «Auch wer kein Musterschüler ist, kann es weit bringen.» Dafür ist er selbst das beste Beispiel. «Man muss sich Ziele setzen und diese konsequent verfolgen. Nach meiner Lehre habe ich fast meine gesamte Freizeit fürs Lernen eingesetzt – dadurch gingen zwar einige Freundschaften verloren. Aber es hat sich gelohnt.»

Heute fühlt sich Che Chresta in Beruf und Familie sehr wohl und sagt: «So wie es jetzt ist, würde ich gern weitermachen.» Doch sollte er neue innovative Ideen haben, würde er sicher nicht zögern, sie gemeinsam mit seinem Team umzusetzen.

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