Jubiläum, Innovation und Dorfstolz

Gewerbeausstellung und 50 Jahre Gewerbeverein Obfelden

An der Expo 2026 präsentierten zahlreiche Gewerbebetriebe ihre Produkte und Dienstleistungen. Die Ausstellung bot Gelegenheit für Gespräche, neue Kontakte und einen Einblick in die Vielfalt des Obfelder Gewerbes. (Bilder Werner Schneiter)
An der Expo 2026 präsentierten zahlreiche Gewerbebetriebe ihre Produkte und Dienstleistungen. Die Ausstellung bot Gelegenheit für Gespräche, neue Kontakte und einen Einblick in die Vielfalt des Obfelder Gewerbes. (Bilder Werner Schneiter)

Traditionell beginnt die Obfelder Gewerbeschau mit dem Abend der Ausstellerinnen und Aussteller, dieses Mal unterhalten von Phil Dankner, der als Sänger und Entertainer auch schon Bühnenpartner von Marco Rima und DJ Bobo war. Ausstellende sind für ein paar Stunden unter sich, bevor sie während dreier Tage an ihren Ständen ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Und dieses Jahr stand die Expo 2026 auch im Zeichen von «50 Jahre Gewerbeverein Obfelden», der 1976 nach einem langen Unterbruch ein Revival erfuhr – mit dem ersten Präsidenten, dem Malermeister Fredy Launer. Für Jürg Meier, zum vierten Mal OK-Präsident der nun alle vier Jahre stattfindenden Expo, ist dieses Jubiläum mit vielen Ereignissen verbunden und ein besonderer Moment. Die Anforderungen für einen solchen Event seien markant gestiegen, die Organisation komplexer geworden, und ohne Sponsoring sei das nicht mehr möglich, führte Meier aus – für ihn die letzte Expo als OK-Präsident.

Geplatzte Fusion

Zum Gelingen der von 60 Ausstellenden bestrittenen Expo sorgte auch ein erfahrenes Organisationskomitee, das am Ausstellerabend mit grossem Applaus gefeiert wurde. «Die neue Generation steht bereit», kündigte der scheidende OK-Präsident an. Vier Pioniere des Gewerbevereins Obfelden – Lucia Blatty, Fredy Launer, Werner Schoch und Werni Kurt – brachten das Publikum mit ein paar Trouvaillen aus der Geschichte des Obfelder Gewerbes zum Schmunzeln. Dazu auch Jürg Meier, der hinter der geplatzten Fusion mit dem Ottenbacher Gewerbeverein das historisch belastete Verhältnis zum Nachbardorf vermutete. Obfelden war bis 1847 eine Ottenbacher Aussenwacht. «Wir führten damals ein Gespräch in der ‹Güggelbar› in Rickenbach, fast auf neutralem Boden. Vielleicht hatten die Ottenbacher vor einer Obfelder Okkupation Angst», scherzte Meier.

In einem Doppelinterview mit dem aktuellen Präsidenten Dominik Stierli und seinem Vorgänger Daniel Launer, geführt von Phil Dankner, wurde klar, dass KI ein grosses Thema ist (und wird), aber auch vieles beim Alten bleibt. Zum Beispiel, dass sich Gewerbetreibende beim Feierabendbier austauschen, auch über Zukunft, Visionen. Dominik Stierli hofft auf einen «Expo-Effekt», auf Neumitglieder und weitere Kundschaft beim Obfelder Gewerbe. «Eine wunderbare und vielfältige Ausstellung, die zeigt, was die Gemeinde zu bieten hat und die Chance bietet, Kontakte zu knüpfen», sagte Gemeindepräsident Stephan Hinners, für den die Expo mit Blick auf das Gewerbeverein-Jubiläum auch Dorffest ist. Er sprach von einer gewerblichen Vielfalt, von grossem Engagement im Dorf und ist dankbar, dass die lokal angesiedelten Firmen neben Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Ausbildung bieten.

«Wir sind stolz auf ein stabiles, starkes Gewerbe. Und ohne Gewerbe ist Obfelden nicht das, was es ist», so der Befund des Gemeindepräsidenten.

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