Schreinerei mit 100-jähriger Geschichte

Fabian Neuhaus als neuer Besitzer und Geschäftsführer der Girardi Schreinerei AG in Hedingen

Stabübergabe bei der Girardi Schreinerei AG: Rico Girardi (Mitte) begleitet Fabian Neuhaus (links) und Philip Schaefer mit grosser Zuversicht, dass das Unternehmen auch künftig erfolgreich geführt wird. (Bild Regula Zellweger)
Stabübergabe bei der Girardi Schreinerei AG: Rico Girardi (Mitte) begleitet Fabian Neuhaus (links) und Philip Schaefer mit grosser Zuversicht, dass das Unternehmen auch künftig erfolgreich geführt wird. (Bild Regula Zellweger)

Drei Generationen der Familie Girardi brachten die Schreinerei in Hedingen zum heutigen Erfolg – eine eindrückliche Geschichte gelebter Handwerkskunst. Das Unternehmen beschäftigt rund 30 Mitarbeitende und bildet stets drei bis vier Lernende aus.

Per 1. Januar hat Fabian Neuhaus sämtliche Aktivitäten, Aufträge und das gesamte Personal übernommen. Aus der Arthur Girardi AG wurde die Girardi Schreinerei AG. Fabian Neuhaus amtiert als neuer Inhaber und Geschäftsführer, Philip Schaefer übernahm die Funktion als neuer Leiter HR und Finanzen. Das Duo wird die Schreinerei am bisherigen Produktionsstandort im Sinn seiner Vorgänger weiterführen. Das heisst, den bewährten Werten treu bleiben, Traditionelles gezielt weiterentwickeln und sich aktiv für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung einsetzen. Fabian Neuhaus bringt es auf den Punkt: «Wir werden Innovationen einführen und dabei den handwerklichen Kern nie aus dem Blick verlieren.»

Neue Führung

Mit Fabian Neuhaus übernahm ein junger, bestens ausgebildeter Schreinermeister das 100-jährige Unternehmen. Darauf war er gut vorbereitet: 2021 erwarb er den Fachausweis Projektleiter Schreinerei, 2023 folgte das eidgenössische Diplom als Schreinermeister.

Im Jubiläumsjahr 2024 stieg er ins Unternehmen ein und machte erste Erfahrungen mit der Kultur der damaligen Arthur Girardi AG. Ein Jahr später wurde er Mitglied der Geschäftsleitung.

Er legt grossen Wert auf seine Mitarbeitenden: Teamgeist, Zusammenhalt und eine offene interne Kommunikation sind für ihn zentrale Erfolgsfaktoren. Gleichzeitig ist ihm der persönliche Kontakt sehr wichtig – mit bestehender und potenzieller Kundschaft, mit Fachleuten aus der Baubranche wie Architektinnen, Bauleitern sowie insbesondere mit Handwerkern, mit denen eng zusammengearbeitet wird: Elektroinstallateure, Sanitärinstallateurinnen, Maler, Gipserinnen, Glaser, Steinmetzinnen und verschiedene Zulieferer, etwa von Küchengeräten oder Bad- und Sanitärprodukten.

Organisation und Koordination erfordern strategisches, vernetztes Denken – eine Aufgabe, die Fabian Neuhaus sichtbar Freude bereitet. Bescheiden meint er: «Im Herzen bin ich Handwerker – und werde es auch bleiben.» Diese Überzeugung vertritt auch Philip Schaefer, der bereits seine Schreinerlehre bei Girardi absolvierte und heute als Leiter HR und Finanzen mit dem Inhaber am selben Strick zieht und für eine professionelle Entlastung im operativen Alltag sorgt.

Beide sprechen mit grosser Anerkennung über Rico und Marco Girardi, welche die Schreinerei von Vater und Grossvater mit Weitsicht und Engagement zum heutigen Erfolg geführt haben.

Durchdachte Lösungen

Heute ist das Unternehmen eine der grösseren Schreinereien im Säuliamt und stolz auf seine hundertjährige Erfahrung. Das Angebot umfasst sämtliche Schreinerarbeiten, von der kleinsten Reparatur bis zu Grossprojekten im Neu- und Innenausbau. Die Qualität der Beratung wird gezielt gepflegt: Kundenwünsche werden präzise aufgenommen und umgesetzt, gleichzeitig überzeugen fundierte Fachkenntnisse auch Kundinnen und Kunden von durchdachten, nachhaltigen Lösungen.

Die Kundschaft schätzt die umfassenden Dienstleistungen – von Planung und Bauleitung über Termin- und Handwerkerkoordination bis hin zu Kostenkontrolle und Bauabrechnung. Um pünktlich liefern zu können – auch im Schreinerhandwerk gibt es saisonale Auftragsspitzen – setzen Fabian Neuhaus und sein Team auf moderne Technologien und eine leistungsfähige Infrastruktur.

Nahezu sämtliche Produkte werden individuell und inhouse gefertigt, was kontinuierliche Investitionen erfordert. So steht beispielsweise ein moderner Kantenleimautomat im Einsatz, der die zeitgemässe Infrastruktur mit CNC-Fräse und weiteren hochprofessionellen Maschinen ergänzt.

Die Girardi Schreinerei AG wird in der Branche als Spezialistin wahrgenommen. Aktuell sei man dabei, aufgrund der hohen fachlichen Kompetenz, gemeinsam mit einem Architekturbüro einen Prototyp für neue Spitalzimmer des Unispitals zu entwickeln.

Fabian Neuhaus ergänzt: «Für die Umsetzung der Vielzahl an Zimmern sind wir vermutlich zu klein, doch die Entwicklung und Planung solcher komplexen Bauvorhaben bringt uns fachlich weiter – und macht Freude.»

Zukunft bringt interessante Lösungen

Wer sich informieren möchte, wie sich Küchengestaltung und Materialien weiterentwickelt haben, findet Inspiration in der grosszügigen Ausstellung. Nicht nur komplette Küchen, sondern auch eine breite Auswahl an Materialien, Oberflächen und Geräten machen die Küchenplanung zu einem individuellen, persönlichen Projekt. Zukunftsorientiert sind jedoch nicht nur die baulichen und handwerklichen Lösungen. Auch in der Nachwuchsförderung übernimmt das Unternehmen Verantwortung – bei der Berufsorientierung junger Menschen, in der Lehrlingsausbildung sowie in der gezielten Weiterbildung der Mitarbeitenden.

Der Fachkräftemangel zeigt sich auch in der Holzbranche. Aktuelle Analysen belegen einen stark gestiegenen Bedarf an Schreinerinnen und Schreinern – deutlich stärker als in einigen anderen Handwerksberufen. Fabian Neuhaus und Philip Schaefer ist bewusst, dass sie aktiv zur Steigerung der Attraktivität des Berufs beitragen wollen. Dazu gehören ein positives Berufsimage, faire Löhne, attraktive Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie eine wertschätzende Unternehmenskultur.

 

 

Weitere Artikel zu «Gewerbe», die sie interessieren könnten

Ex-Präsident Claudio Rütimann überreicht seiner Nachfolgerin einen Blumenstrauss.
Gewerbe09.03.2026

Solides 2025 und Blumen für die Präsidentin

GV des Gewerbevereins Oberamt im Event und Werken am Türlersee
Thomas Strebel, seit 2023 Präsident des Gewerbevereins MKM, in seinem Holzbaubetrieb mit integrierter Architektur in Maschwanden. (Bild Brigitte Reemts Flum)
Gewerbe05.03.2026

Vernetzt über Gemeindegrenzen hinweg: Der Gewerbeverein MKM

Mettmenstetten, Knonau und Maschwanden spannen im Gewerbe zusammen
Cora Bollier zeigt ein Beispiel einer Torte, die in ihrem Lehrbetrieb gefertigt wird. (Bilder Marcus Weiss)
Gewerbe02.03.2026

«Kreativ sein zu können, ist mir ganz wichtig»

Cora Bollier lernt bei der Bäckerei Pfyl in Hedingen Bäckerin/Konditorin-Confiseurin EFZ