«Sternen» in Mettmenstetten – seit über dreissig Jahren ein Familienbetrieb

Vom Bauernhof zur beliebten Sommerwirtschaft

Markus und Heidi Röllin schätzen die vielen persönlichen Kontakte. (Bild bre)
Markus und Heidi Röllin schätzen die vielen persönlichen Kontakte. (Bild bre)

Der idyllische Garten mit den alten Bäumen bietet einen spektakulären Blick über das Knonauer Amt. Hier, auf dem Bauernhof Sternen, zwischen Rifferswil und Mettmenstetten, ist Markus Röllin zusammen mit seinen beiden jüngeren Brüdern Beat und Urs aufgewachsen.

Der Anfang: Hans und Verena Röllin verwirklichen eine Idee

Hans Röllin betrieb auf dem Hof Milchwirtschaft, die Mutter Verena arbeitete im Service. Der Ertrag vom Hof brachte aber nicht genug ein, um die Familie zu ernähren. So ging Hans Röllin zusätzlich auswärts als LKW-Fahrer arbeiten. Dieses «Auswärtsarbeiten» war eine Belastung für die Familie und deshalb suchten Hans und Verena Röllin Mitte der 1990er-Jahre nach einer Lösung, die zusätzliche Einnahmen ermöglichen und gleichzeitig näher am Hof bleiben sollte. Daraus entstand die Idee der Sommerwirtschaft.

Doch vor der Umsetzung wurde so lange diskutiert, bis die ganze Familie einverstanden war. Markus Röllin war damals bereits zwanzig, Beat achtzehn Jahre und Urs erst dreizehn Jahre alt. Denn allen war bewusst: Eine Sommerwirtschaft bedeutet während der Saison ständig Gäste auf dem Hof, keine gemeinsamen Sommerferien mehr und alle müssen anpacken.

Schon lange eine feste Grösse in der Region

So entstand vor mehr als dreissig Jahren die Sommerwirtschaft Sternen, die sich inzwischen weit über die Region hinaus einen Namen gemacht hat.

Der «Sternen» hat immer vom 15. April bis zum 15. Oktober geöffnet. Montag ist Ruhetag, Dienstag bis Freitag ist von 14 Uhr bis 24 Uhr geöffnet, Samstag nur bis 22 Uhr und Sonntag bereits ab 10 Uhr.

Insgesamt stehen rund 200 Sitzplätze zur Verfügung: über 80 Plätze auf der Aussichtsterrasse mit ihren langen Holztischen und -bänken, rund 50 Plätze im Innenbereich sowie weitere 30 Plätze in einem kleinen Saal.

Generationenwechsel: Heidi und Markus Röllin übernehmen

Im Jahr 2017 übernahm Markus Röllin als ältester Sohn den Hof und die Sommerwirtschaft gemeinsam mit seiner Frau Heidi.

Der gelernte Forstwirt arbeitete zunächst mehrere Jahre in seinem Beruf und war anschliessend während 25 Jahren als Pneukranführer bei der Hans Hürlimann AG in Cham tätig. Die Familie lebte lange in Küssnacht am Rigi und zog erst vor vier Jahren vollständig ins Knonauer Amt.

Heidi Röllin absolvierte eine Ausbildung im Service und arbeitete viele Jahre in der Gastronomie. Kennengelernt haben sich die beiden in Holzhäusern, wo Heidi im traditionsreichen Restaurant Engel tätig war. Gemeinsam zogen sie 1999 nach Immensee. Die Hochzeit folgte 2002; 2003 und 2005 kamen die Töchter Jessica und Fabienne zur Welt.

Einfache, «gluschtige» Küche im gemütlichen Rahmen

Wie einst seine Eltern besprach auch Markus Röllin die Zukunft der Sommerwirtschaft zuerst mit der nächsten Generation. Die beiden Töchter wohnen noch zu Hause, arbeiten jedoch auswärts als Floristin beziehungsweise Modeverkäuferin. An den Sonntagen unterstützen sie ihre Eltern regelmässig im Betrieb.

«Die schönste Zeit des Jahres ist man immer gebunden», sagt Heidi Röllin. Tatsächlich gibt es im «Sternen» während der Saison alle Hände voll zu tun.

Die Küche ist bewusst einfach gehalten. Angeboten werden verschiedene Grilladen mit Brot oder Pommes frites, kalte Plättli sowie Desserts. Markus Röllin steht selbst am Grill und in der Küche, während Heidi die Gäste bedient. Unterstützt werden sie dabei stundenweise von den langjährigen Mitarbeiterinnen Erika Nägeli, Karin Blattmann und Marianne Gerber.

Aktiv neben der Sommerwirtschaft und im Winter

Auch heute noch ist die Sommerwirtschaft nur ein Teil der Tätigkeit auf dem «Sternen». Markus Röllin hält 23 Mutterkühe und 17 Mastkühe. Ausserdem ist er verantwortlich für vier bis fünf Bienenvölker, die pro Volk zirka 20 Kilogramm Honig produzieren. Und dann sind da noch der Hektar Christbäume, die jeweils zur Weihnachtszeit verkauft werden.

In den vergangenen Jahren wurde zudem die Sommerwirtschaft laufend modernisiert. Vor allem der Innenbereich wurde mehrfach umgebaut und erweitert. Vor rund drei Jahren entstand ein zusätzliches Stockwerk, das heute als Lagerraum genutzt wird. Gleichzeitig wurde das Dach vollständig erneuert.

Ein Ausflugsziel mit breiter Anziehungskraft

Das Publikum im «Sternen» ist breit gefächert. Hier halten Wanderer und Velofahrer für eine Verschnaufpause, an verschiedenen Tagen gibt es Stammtischtreffen, Sonntagmorgen kommen die Landwirte für einen Frühschoppen. Auch die Altersgruppen sind gemischt und das Einzugsgebiet der Gäste reicht von Zug über den Aargau bis in die Innerschweiz.

Besonders schätzen Heidi und Markus Röllin die vielen persönlichen Kontakte. Für Markus Röllin ist die Verbindung von Landwirtschaft und Gastronomie ideal: «Nur zu wirten, wäre nichts für mich.»

Und Heidi Röllin bringt es auf den Punkt: «Man verzichtet auf viel, bekommt aber auch viel zurück. Und etwas Eigenes zu machen, ist einfach anders, als für andere zu arbeiten.»

In dieser Serie berichtet der «Anzeiger» regelmässig über Wirte und Wirtinnen aus dem Säuliamt. (red)

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