Vernetzt über Gemeindegrenzen hinweg: Der Gewerbeverein MKM
Mettmenstetten, Knonau und Maschwanden spannen im Gewerbe zusammen

An der sek mättmi lernen seit jeher die Schülerinnen und Schüler aus Mettmenstetten, Knonau und Maschwanden zusammen. Man kennt sich von klein auf: «Wir sind alle zusammen in die Oberstufe gegangen, da ist die Verbindung schon da», erzählt Thomas Strebel, Präsident des Gewerbevereins MKM. Was liegt also näher, als diese Vernetzung auch im Erwachsenenleben weiterzuführen? Genau hier setzt der Gewerbeverein an: Er bringt Gewerbler aus drei Gemeinden in Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung.
Begegnungen als Erfolgsrezept
Fragt man Strebel nach der Besonderheit «seines» Gewerbevereins, verweist er sofort auf das hohe Aktivitätsniveau. Einmal im Monat findet ein Lunch in einem Mitgliedsbetrieb statt, an dem bis zu 25 Gewerbler teilnehmen. Zudem besteht für alle Teilnehmenden die Möglichkeit, ein zwanzigminütiges Zeitfenster zu reservieren, um den eigenen Betrieb vorzustellen.
Auch ein After-Work-Apéro wird zwei- bis dreimal jährlich angeboten und im «Depot» in Knonau durchgeführt. Hinzu kommt ein jährlicher «Gewerblerausflug». Ziele waren unter anderem der Flughafen Zürich oder der Tierpark Langenberg. Ein besonderes Highlight war eine dreitägige Reise zum Werk des Autoherstellers Renault in Frankreich, organisiert von Robi Graf, Inhaber der Garage Graf in Mettmenstetten und Vizepräsident des Vereins. Ergänzt wird das Programm durch Fachreferate, gerne auch zu Themen, die den Mitgliedern aktuell «unter den Nägeln brennen». Am 5. März findet beispielsweise ein Vortrag von der «Jobwerkstatt» Mettmenstetten, dem Arbeitsintegrationszentrum für Menschen mit Fluchthintergrund, statt.
Lange gemeinsame Geschichte
Der gemeinsame Gewerbeverein der drei Gemeinden existiert seit 1995. Bereits zuvor gab es in Mettmenstetten einen lokalen Verein, im «Schimmel Keller» des Gasthauses Rössli hängt noch heute eine Gründungstafel von 1864. Diese trägt noch den Namen «Krankenunterstützungsverein» und wurde dann im Laufe der Jahre geändert und später in Gewerbeverein Mettmenstetten umbenannt.
Heute zählt der Verein 109 Mitglieder sowie zusätzlich elf Ehrenmitglieder. Die Mehrheit sind weiterhin Handwerksbetriebe, doch der Dienstleistungssektor wächst. Besonders stolz ist Strebel auf die kontinuierlich steigenden Mitgliederzahlen. Allein im Jahr 2025 konnten 15 neue Mitglieder gewonnen werden. Neue Mitglieder sind auch weiterhin herzlich willkommen.
Der Mitgliederbeitrag beträgt 180 Franken pro Jahr. Der Gewerbeverein MKM ist Mitglied im KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich (KGV) und nimmt auch regelmässig an deren Aktivitäten teil.
Engagement für die Region
Der Gewerbeverein beschränkt sich nicht auf interne Treffen, sondern engagiert sich sichtbar in den Gemeinden. So organisiert er jedes Jahr den Christbaum in Mettmenstetten oder unterstützt finanziell den Seniorenausflug. Darüber hinaus stellen sich einige Mitglieder jährlich als Interviewer zur Verfügung, um bei den vom Elternverein Oberstufe initiierten und betreuten Probe-Vorstellungsgesprächen mitzuwirken.
Unternehmer mit regionalen Wurzeln
Thomas Strebel führt in Maschwanden gemeinsam mit seiner Frau Susanne, einer Architektin, einen Holzbaubetrieb mit integrierter Architektur. Als gelernter Zimmermann mit verschiedenen Weiterbildungen wagte er bereits mit 27 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit. In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 33-jähriges Bestehen.
Strebel ist gebürtiger Maschwander, im Ort aufgewachsen und seit 1998 Mitglied im Gewerbeverein. Präsident ist er seit 2023, zuvor war er elf Jahre im Vorstand tätig.
«Es ist mir wichtig, dass sich das Gewerbe gut vernetzt», beschreibt er seine Motivation. «Nur wenn man sich gut kennt und austauscht, kann man sich auch gegenseitig empfehlen.» Neben dem geschäftlichen Nutzen schätzt er aber auch die persönlichen Begegnungen und interessanten Gespräche bei den Treffen.
Einige zentrale Herausforderungen
Eine der grössten Herausforderungen für die Mitglieder bleibt der Fachkräftemangel. Qualifizierte Berufsleute zu finden, ist zunehmend schwieriger. Gleichzeitig beschäftigen die limitierten Expansionsmöglichkeiten die Betriebe. Vergrösserungen sind kaum realisierbar, weil zu wenig Land verfügbar ist.
Ein weiteres Anliegen ist die stärkere Wahrnehmung des lokalen Gewerbes in der Bevölkerung. Strebel bringt es auf den Punkt: «Ich würde mir wünschen, dass das Gewerbe noch stärker regional berücksichtigt wird.»


