Nur 50 Sekunden haben zum Titelgewinn gefehlt

Urs Huber gewinnt am Grand Raid BCVS die SM-Silbermedaille

Alleine kämpft Urs Huber um den Anschluss an die Spitze am Grand Raid BCVS. (Bild Etienne Bornet)

Wie angekündigt, hat Urs Huber am letzten Samstag am vielleicht härtesten Mountainbike-Marathonrennen der Welt – am Grand Raid BCVS von Verbier über 125 km und 5025 Höhenmeter nach Grimentz – bis zum Umfallen gekämpft. Dabei ist ihm etwas gelungen, was nicht viele können. Früh abgehängt, liess sich der Mettmenstetter Bike-Profi nicht entmutigen. Was einfach klingt, ist hohe Schule und bis zu einem gewissen Grad auch ein Vabanquespiel, das mit körperlichen Schmerzen und Ungewissheit verbunden ist, die man ertragen können muss.

26 Kilometer vor dem Ziel, beim Beginn der langen Schlusssteigung in Eison, lag Huber fünf Minuten hinter dem späteren Sieger und grossen Favoriten Andreas Seewald. Unter dem Tempodiktat des deutschen Bike-Marathon-Meisters und Vorjahressiegers war die Spitzengruppe, der auch Huber angehörte, bereits an der Steigung nach Mandelon bei Kilometer 75 zerfallen. Während Seewald sein Tempo durchzog und bei seiner fünften Siegfahrt bis ins Ziel ­einen Vorsprung von beinahe zehn Minuten auf den ersten Verfolger anhäufte, gab es auf den folgenden Plätzen noch einige Rochaden. Es entwickelte sich das zu erwartende Rennen im Rennen, denn der Grand Raid BCVS zählte heuer auch als Schweizer Meisterschaft.

Alle Kraft und Glaube an sich selbst mobilisiert

Im Vorfeld hatte Huber jedoch nicht die üblichen Verdächtigen als seine ­härtesten Kontrahenten im Titelkampf ­eingestuft. Sondern den früheren Cross-Country-Junioren-Weltmeister Alexandre Balmer aus La Chaux-de-Fonds, der auch erfolgreich Strassenrennen bestreitet. Bereits Mitte Mai war Balmer Huber als Sieger des Jura Bike Marathons aufgefallen. Balmer war es denn auch, der sich den Schweizer Meistertitel schnappte. Hinter dem Romand entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Schweizer Meisterschaftsmedaillen. Aber nicht Titelhalter Marc Stutzmann – der Canyon-Teamkollege von Seewald – holte sich Silber, sondern Huber.

Der 39-jährige Säuliämtler gab einfach nicht auf und powerte vor allem in der mühsamen Laufpassage zum 2787 Meter über Meer gelegenen Pas de Lona an den Schweizer Medaillenanwärtern vorbei. Stutzmann verwies Huber in der letzten Gegensteigung zum Basset de Lona auf den Bronzeplatz, ehe er in die zwölf Kilometer lange Schlussabfahrt nach Grimentz stach. Das Ziel erreicht der sechsmalige Rekordsieger zwar «nur» als Vierter, da der aufgerückte Spanier Bou in der Abfahrt kein Risiko scheute. Huber war jedoch anzumerken, dass die Freude über die gewonnene SM-Silbermedaille überwog, auch wenn er das Ziel nach mehr als sechs Stunden nur 50 Sekunden hinter dem Titel­gewinner erreichte. Er sagte: «Nicht viele haben mir zugetraut, dass ich nochmals eine Medaille gewinnen kann. Nach einer Krise konnte ich mich auffangen und zurückkämpfen.» Darauf dürfe er stolz sein.

Fast noch wichtiger: Er hat sich und seinen Konkurrenten gezeigt, dass er noch immer mit den Besten mithalten kann. Mit dieser Gewissheit startet er am Samstag in Scuol zum Nationalpark Bike-Marathon. Das ist wie der Grand Raid BCVS ein sehr langer und harter Wettkampf um den Schweizer Nationalpark, den er schon sieben Mal gewinnen konnte. Für den Vorjahressieger stehen die Chancen gut, dass heuer Triumph Nummer 8 dazukommt.

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