«Eine Oase ‹z’mitzt› in Affoltern»
Das Geissen-Gehege am Breitenweg 4 erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit

Am vergangenen Samstag, 13. Juni, fand am Breitenweg 4, wo sich das Gehege der Ziegen des Gnadenhofs Hodel befindet, der «Geissli-Event 2026» statt. Bei diesem Anlass gab es reichlich Kuchen und die Möglichkeit zu spenden, damit die Geissen auch weiterhin genug zu fressen haben. Als Höhepunkt wurden die Sponsoren des neuen Tors verdankt. Danach ging das Fest für die Freiwilligen des Geissli-Teams mit einem gemütlichen Grillabend weiter.
Wie alles begann
Sicher schon seit über 40 Jahren tummeln sich hier am Breitenweg 4 Ziegen und Hühner, früher auch Gänse. Seit 1958 befindet sich die Parzelle im Besitz der Stadt Affoltern. Hinter dem «Kleintier-Zoo» stand lange Hans Baumgartner, der die Tiere mit viel Herzblut pflegte. Nach seinem Tod im Dezember 2020 unternahm die Stadt einen erneuten Versuch, die Parzelle umzunutzen. Was mit den verbleibenden Geissen und Hühnern geschehen sollte, war ungewiss. Die Stadt Affoltern bedaure es sehr, dass die «Ära» der «Geissli» am Breitenweg zu Ende gehe, so Fabrizio Meo, Abteilungsleiter Immobilien bei der Stadtverwaltung Affoltern, damals gegenüber dem «Anzeiger» in der Ausgabe vom 8. April 2021.
Doch es kam anders. Barbara Graf folgte einem Aufruf auf der Pinnwand Säuliamt und gründete mit zwei Nachbarinnen zusammen eine Task Force, die sich mehrere Tage damit auseinandergesetzt hat, wie man das Gebiet mitten in Affoltern erhalten und die Tiere retten könnte. Daraus entstand eine IG, welche mit der Stadt Affoltern Kontakt aufnahm. Nach Verhandlungen konnte Ivo Zürcher vom Gnadenhof Hodel einen Pachtvertrag über 10 Jahre unterschreiben. Die Geissli waren gerettet. Es fanden sich noch weitere Freiwillige, und das «Geissli-Team» organisierte sich mit dem Füttern und Stall-Misten.
Eine dieser Freiwilligen ist die 15-jährige Valérie John, die auch schon seit 2021 dabei ist. Sie wohnt praktisch nebenan, weshalb der Weg zum Geissen-Gehege nicht weit ist. So kann sie das Füttern am Montagmorgen und -abend und mittwoch- und samstagabends übernehmen. Dafür kennen die Geissen sie so gut, dass sie sich von ihr wie Hunde an der Leine führen lassen. Und nicht nur das: «Es ist sehr herzig, wenn die Geissen einen kennen, dann meckern sie einen auch an, wenn man vorbeiläuft», so Valérie, während sie Geissbock Caramello ein Kunststück vorführen lässt. Sie trainiert nämlich auch regelmässig mit den Geissen, damit diese den Kontakt mit Menschen gewohnt sind, sodass sich alle, die am Gehege vorbeikommen, daran erfreuen können.
Das Geissen-Gehege erfreut sich nämlich grosser Beliebtheit. «Es ist eine Oase ‹z’mitzt› in Affoltern», sagt Miriam Reed, ebenfalls eine treibende Kraft im Geissen-Team. Tatsächlich bildet die kleine grüne Fläche einen geradezu extremen Kontrast zum künftigen Schönbächler-Areal daneben, wo gerade Abbrucharbeiten stattfinden, die den Boden unter der Woche beben lassen.
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