Kiesabbau: IG fordert mehr Transparenz

Knonau: Zwei Einzelinitiativen eingereicht

Die Sichtschutzhecke im Querschnitt: Etwa 23 bis 27 Meter breit, bis zu 20 Meter Hoch und aus einheimischen Bäumen bestehend: So wäre sie vorgesehen. In der Realität fallen die Dimensionen bis anhin einiges kleiner aus (siehe obiges Foto). (Visual
Die Sichtschutzhecke im Querschnitt: Etwa 23 bis 27 Meter breit, bis zu 20 Meter Hoch und aus einheimischen Bäumen bestehend: So wäre sie vorgesehen. In der Realität fallen die Dimensionen bis anhin einiges kleiner aus (siehe obiges Foto). (Visualisierung Kantonaler Gestaltungsplan 1320/16)

Anfang Jahr gelang der IG Stopp Kiesgrube Knonau (IG SKK) ein kleiner Coup: Sie lancierte eine lokale Unterschriftensammlung, und jede fünfte Person im Dorf unterstützte ihr Anliegen. Am Schluss lagen 558 Unterschriften vor.

Hintergrund der Aktion war damals die Teilrevision 2024 des Kantonalen Richtplans und die Einwendungsfrist, die bis Mitte März dauerte. Ein Eintrag, der Knonau betraf, sollte es dem Zuger Kiesabbauunternehmen Risi AG ermöglichen, die bestehende Kiesgrube ab dem Jahr 2030 um rund fünf Hektaren zu erweitern. Im Gebiet Aspli/Äbnet, das sich entlang der Kantonsgrenzen von Zürich und Zug auf Gemeindegebiet von Knonau und Cham befindet, wird seit den 90er-Jahren im offenen Tagbau Kies abgebaut und Bauaushub entsorgt. Seit März wird der Richtplanentwurf überarbeitet. Später wird er noch einmal in die Vernehmlassung gegeben.

Bei ihrem Kampf gegen den Richtplaneintrag hatte die IG SKK damit argumentiert, dass ein weiterer Kiesgrubenausbau für Knonau und seine Bewohnerinnen und Bewohner eine Reihe von Nachteilen mit sich bringen würde: Lärm- und Staubimmissionen wurden vorgebracht, aber auch die Natur und die Biodiversität würden aufgrund der Abholzung leiden, so die Argumente der IG-Mitglieder.

Fehlender Sichtschutz führt zu Fragen

Seit der Petition sind einige Monate vergangen. Nun ist die IG erneut aktiv geworden: Anfang Oktober hat sie bei der Gemeinde zwei Einzelinitiativen eingereicht. Damit will sie zwei Dinge erreichen: erstens, dass die Gemeinde die Bevölkerung regelmässig über den Stand der Kiesgruben-Erweiterung informiert. Und zweitens, dass die Gemeinde sicherstellt, dass das abbauende Unternehmen Risi AG sich an die Vorgaben hält.

Es geht dabei insbesondere um eine Baumhecke, die Risi vor der Kiesgrube pflanzen musste, und die als Sicht- und Immissionsschutz dienen soll. Aktuell ist die Hecke jedoch noch nicht so dicht und hoch gewachsen, damit sie ihren Zweck erfüllt. Weil die Hecke noch nicht den Vorgaben entspricht, verfestigte sich in der IG der Eindruck, Risi AG habe von der Gemeinde Knonau Sonderbedingungen erhalten. Gemeindepräsidentin Esther Breitenmoser widerspricht: «Der Gemeinderat Knonau ist verpflichtet, dafür zu sorgen, dass der Kantonale Gestaltungsplan umgesetzt wird und die Interessen der Bevölkerung gewahrt werden.» Dem werde Rechnung getragen.

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