Mit dem Schlauch von Feld zu Feld

Um sein Gemüse zu retten, betreibt der Obfelder Gemüsebauer Timon Moser viel Aufwand

Der Obfelder Gemüsebauer Timon Moser bewässert sein Gemüse seit Wochen praktisch rund um die Uhr. (Bild Livia Häberling)
Der Obfelder Gemüsebauer Timon Moser bewässert sein Gemüse seit Wochen praktisch rund um die Uhr. (Bild Livia Häberling)

Ganz langsam rollt sich der Wasserschlauch wieder auf, Zentimeter um Zentimeter. Gemüsebauer Timon Moser ist zufrieden. Die Bewässerungsmaschine läuft, das Wasser rieselt aus den Düsen auf die jungen Sellerieknollen. Auf diesem Feld ausgangs Mettmenstetten ist seine Arbeit damit fürs Erste getan. Gegen 20 Uhr wird er die Maschine mit dem Traktor wieder abholen und sie auf das nächste Feld karren. So wie an diesem Dienstagnachmittag läuft das seit Längerem. «Unsere Bewässerungsmaschine steht rund um die Uhr im Einsatz», sagt Moser. Ohne sie würden die zarten Setzlinge – neben Knollensellerie sind das etwa Kopfsalate, Kohlrabi oder Brokkoli – in der Hitze verdorren.

Ist ein Feld bewässert, fährt er das nächste an. Das letzte abends gegen zehn, das erste morgens um sechs oder sieben Uhr. So läppern sich rasch 17- oder 18-Stunden-Tage zusammen. Und nicht nur die Arbeitsstunden läppern sich, sondern auch die Mehrkosten: Etwa 120 Liter Diesel benötigt Moser wöchentlich, um seine Bewässerungsmaschine mit dem Traktor zwischen den Ackerflächen in Mettmenstetten, Obfelden, Affoltern und Jonen hin- und herzufahren. Hinzu kommt das Wasser, das er über Hydranten oder über eine Wasserpumpe direkt aus der Reuss bezieht. Allein das Wasser führe momentan zu zusätzlichen Auslagen von etwa 15 Rappen pro Salatkopf, schätzt der 29-Jährige.

Um diese Mehrkosten abzufedern, forderte der Zürcher Bauernverband (ZBV) Ende Juli, dass die Produzentenpreise kurzfristig erhöht werden. Offenbar kamen von den Grossverteilern wie Migros, Coop, Aldi oder Lidl positive Signale: «Sie zeigen sich gesprächsbereit und wollen faire Lösungen finden. Diese positive Reaktion nehmen wir gerne so entgegen», so der ZBV.

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