Spross will Deponie erweitern

Richtplanvorschlag für «Tambrig»-Erweiterung – Kantonsrat entscheidet 2027

Imposante Kulisse: Josef Binzegger, Geschäftsführer Transport und Recycling, am Rande der Deponie. Sie bietet noch Volumen für die nächsten 8 bis 10 Jahre. (Bild Werner Schneiter)
Imposante Kulisse: Josef Binzegger, Geschäftsführer Transport und Recycling, am Rande der Deponie. Sie bietet noch Volumen für die nächsten 8 bis 10 Jahre. (Bild Werner Schneiter)

Die Spross-Gruppe, Betreiberin und Eigentümerin der Deponie Tambrig in Obfelden, will das Deponievolumen verdoppeln – von heute zweieinhalb auf über fünf Millionen Kubikmeter. Der Kantonsrat entscheidet 2027 mit der Richtplananpassung über neue und über die Erweiterung bestehender Deponiestandorte.

Deponievolumen ist auch im Kanton Zürich ein knappes Gut. Aus diesem Grund wurden von der Baudirektion des Kantons Zürich über 400 mögliche Standorte geprüft, davon 19 neue und 3 bestehende Standorte für die Deponietypen B, C, D und E als gut befunden. Zu diesen gehört auch die Deponie Tambrig in Obfelden, die derzeit noch über ein Restvolumen von rund 900 000 Kubikmeter verfügt. Laut Josef Binzegger, Geschäftsführer Transport und Recycling, reicht das noch für ungefähr zehn Jahre. Rechnet man die obligatorische Rekultivierung ein, sind es sogar nur noch acht Jahre. Ebenfalls rund zehn Jahre dauert es, ehe neues Deponievolumen zur Verfügung bereitsteht. «Wir sind also etwas unter Zeitdruck», fügt Binzegger an. Deshalb hat Spross bereits im Herbst 2022 erste Sondierbohrungen für ein Erweiterungsprojekt ausgeführt. Das bedeutet eine Arealvergrösserung Richtung Maschwanden bis Waldhütte Unterlunnern-Obfelden von 12,5 ha auf rund 20 ha – eine Fläche, die über einem Dutzend unterschiedlichen Eigentümern gehört, rund zwei Drittel davon der Holzkorporation Unterlunnern. Alle befinden sich auf Obfelder Boden. Ihnen hat Spross einen Entwurf eines gleichlautenden Dienstbarkeitsvertrages unterbreitet. «Wir sind auf gutem Wege, diesen für ein allseitiges Einverständnis zu finalisieren. Von der Holzkorporation, der grössten Landeigentümerin, haben wir klar positive Signale erhalten», sagt Josef Binzegger.

Deponievolumen ein rares Gut

Spross hat nebst den geologischen Untersuchungen auch die Erarbeitung des zeitintensiven Gestaltungsplanes bereits in die Wege geleitet. Die genaue Bestandesaufnahme der Tier- und Pflanzenwelt läuft aktuell unter anderem mit aufgehängten Insektenfallen und Kunstbiotopen. Das dauert saisonübergreifend rund zwei Jahre. «Zeit, die wir später nicht mehr einholen können», ergänzt der Tambrig-Chef. Voraussichtlich im Frühjahr 2027 wird der Kantonsrat über die vom Regierungsrat empfohlenen Neueinträge im Richtplan entscheiden. Erst bei einem Ja des Parlaments kann der eigentliche Startschuss zur Erweiterung beginnen. Auch hier sagt Josef Binzegger: «Ich bin zuversichtlich, dass wir den geeigneten Standort mit bestehender Infrastruktur weiterführen können, denn sicheres Deponievolumen ist ein rares Gut, das wir alle brauchen.»

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