Tag der offenen Tür in der Kinder-Reha Schweiz in Affoltern

Vermitteln, dass Kinder und Jugendliche ein gutes Angebot an Rehabilitation benötigen

Besucherinnen und Besucher versammeln sich vor dem Haupteingang für eine Führung. (Bild Regula Zellweger)
Besucherinnen und Besucher versammeln sich vor dem Haupteingang für eine Führung. (Bild Regula Zellweger)

Vier Kleinkinder, zwei Mütter und die Grossmutter Marianne Egli-Schneebeli stehen am Ziegengehege. Die Kleinen haben grossen Spass an den Tieren. «Wir sind fast jeden Tag auf dem integrativen Spielplatz», meint eine Mutter. «Wir wohnen gleich hier im Weiler ‹Im Wil›, an den das Kispi grenzt.» Im Ort nennt man die Kinder-Reha Schweiz so. Die Grossmutter ist hier aufgewachsen und erinnert sich, wie ihr Vater Kinder aus dem Kispi – gut gesichert – auf dem Traktor mitfahren liess.

An diesem Samstag konnten die Autos der Besucherinnen und Besucher des Tags der offenen Tür auf ihrem Land parken. Auch die spitaleigenen Therapiepferde weiden auf dem gepachteten Land der Familie Egli-Schneebeli. Die Kinder-Reha Schweiz ist eingebettet in die Geschichte und die Gegenwart von Affoltern. «Der Kontakt mit der Nachbarschaft ist uns wichtig», betont Franziska Spreitler, Leiterin Therapien.

Grosser Einsatz

Der immense Einsatz der Mitarbeitenden sowie der Mitglieder von Rotary, Kiwanis und der Aladin-Stiftung – grösstenteils auf freiwilliger Basis – freut Andreas Meyer-Heim ganz besonders. Er fühlt sich in seinem Anliegen unterstützt, die Notwendigkeit der Kinder-Reha einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen. «Dieses Wissen müssen wir der Bevölkerung und auch der Politik vermitteln. Immer wieder stellen wir fest, dass noch zu wenig bekannt ist, dass Kinder und Jugendliche nach schweren Erkrankungen oder Unfällen sowie im Rahmen von Operationen bei Behinderungen Rehabilitation benötigen.»

Simona Coiro, Leiterin Pflegedienst, ergänzt: «Die Kinder-Reha Schweiz ist weit mehr als eine Rehabilitationseinrichtung. Sie ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche mit komplexen gesundheitlichen Herausforderungen ganzheitlich, interprofessionell und familienzentriert begleitet werden.» Sie wünscht sich, dass die Besuchenden erleben, mit welchem Engagement, Fachwissen und Herzblut die Mitarbeitenden täglich daran arbeiten, die Lebensqualität und Selbstständigkeit der jungen Patientinnen und Patienten zu fördern. «Zudem möchten wir aufzeigen, wie moderne Rehabilitation Hoffnung, Entwicklung und neue Perspektiven für betroffene Kinder und ihre Familien schaffen kann.»

Führungen durch die Kinder-Reha

Besonders beliebt waren die rund 45-minütigen Führungen durch die verschiedenen Abteilungen. Junge Patientinnen und Patienten bekam man dabei nicht zu Gesicht, doch die lebendigen Ausführungen der Führerinnen und Führer liessen die verschiedenen Räume förmlich lebendig werden. So zeigte Franziska Spreitler im Ganglabor, wie mithilfe eines High-End-Motion-Capture-Systems, von Kraft- und Druckmessplatten sowie Elektromyografie Gelenkswinkel, Belastungen und Muskelaktivitäten beim Gehen präzise dokumentiert und berechnet werden.

Ein Blick in die Jugendabteilung mit Küche, Sofaecke, Spiel- und Esstisch sowie Dreierzimmern mit eigener Dusche zeigte, wie den Bedürfnissen junger Menschen Rechnung getragen wird. «Hier herrscht eine familiäre Atmosphäre. Die Jugendlichen haben für den heutigen Tag sogar aufgeräumt», erklärt Franziska Spreitler lachend, und: «Die Pubertät macht vor niemandem halt.»

Die beiden Therapiehunde begeisterten Gross und Klein. In der Ergotherapie erfuhren die Besuchenden hautnah, wie schwierig es sein kann, mit nur einer Hand einen Schnürsenkel zu binden. Im Schulzimmer waren Arbeiten von Kindern zu sehen, denen oft spezialisierte Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden müssen, damit sie die Herausforderungen des Alltags bewältigen können.

Rahel Czeschner arbeitet im Sekretariat der Kinderchirurgie des Kinderspitals Zürich. Sie nutzte die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild der Kinder-Reha zu machen – denn auf eine Operation in Zürich folgt nicht selten ein Aufenthalt in Affoltern. Sie zeigte sich beeindruckt von den zahlreichen Möglichkeiten, insbesondere im technischen Bereich, etwa in der Robotik. «Hier werden die Kinder spielerisch abgeholt. Damit sich Fortschritte einstellen, müssen die Therapien möglichst Freude bereiten.» Aber an dem Tag der offenen Tür gab es noch mehr zu sehen.

Lesen Sie hier weiter.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Franziska Spreitler zeigte im Ganglabor, wie mithilfe eines High-End-Motion-Capture-Systems, von Kraft- und Druckmessplatten sowie Elektromyografie Gelenkswinkel, Belastungen und Muskelaktivitäten beim Gehen präzise dokumentiert und berechnet werde
Bezirk Affoltern08.06.2026

«Kinder-Reha spürbar machen»

Fortsetzung von «Tag der offenen Tür in der Kinder-Reha Schweiz»
Fabienne Dubs und Mike Stillhard vor ausgewählten Erinnerungsstücken der Ausstellung in der KommBox Aeugst.(Bild Sandra Isabél Claus)
Bezirk Affoltern08.06.2026

Die Aeugster KommBox wird 20

Das Mini-Museum feiert sein Jubiläum mit einer neuen Ausstellung, die am Mittwoch eröffnet wurde
Bezirk Affoltern08.06.2026

Tabula rasa bei Sekundarschule Bonstetten

Nach turbulenter Legislatur wird mit fast ganz neu besetzter Schulpflege auf solider Basis neu gestartet